Auf der Luxusjacht
Nach dem traurigen Ende des Misters Taft mochte ich nicht mehr länger in Panama bleiben. Ich beschloß, mich auf einen Dampfer zu verdingen, der mich wieder ein Stückchen weiter in der Welt herumbrachte.
Ich suchte das Gebäude der Hapag auf und machte bei dieser Gelegenheit wieder mal einen Besuch bei dem deutschen Konsul, dessen besonderes Wohlwollen ich nach wie vor besaß. Während der kurzen Minuten meines Gesprächs mit ihm läutete das Telephon. Ein amerikanischer Agent meldete sich, der einen deutschen Koch mit englischen Sprachkenntnissen suchte. Der Konsul hielt die Sprechmuschel zu, unterrichtete mich kurz und fragte mich, ob ich vielleicht den Posten übernehmen könne und wolle. Ohne mich lange zu besinnen, sagte ich zu. Ich hatte bisher zwar nur etliche Male da und dort in der Küche ausgeholfen und meine Kochkenntnisse waren gering. Aber es würde schon gehen. Ich habe in der Welt draußen viele Berufe gehabt, nahm immer an, was sich bot. Man muß sich was zutrauen, die Augen offenhalten, geschickt sein und zupacken. Mit diesem Grundsatz kam ich meistens durch. Man fragt in der Fremde selten nach Papieren, man fragt nach der Brauchbarkeit des Mannes. ,, I want not to see papers. I want to see the work", sagt der Amerikaner.
Durch diesen kleinen Telephonanruf im richtigen Augenblick kam ich dem Ziel meiner Wünsche wieder etwas näher. Ich stellte mich unverzüglich dem Agenten vor und wurde von ihm zu der Motorjacht Moana" des vielfachen amerikanischen Millionärs Leeds geschickt. Auf der Gangway empfing mich ein Matrose in weißer Uniform, der hier wie der Türsteher vor einem feinen Hotel paradierte. Ich merkte sofort, daß ich hier ein Schiff betrat, das mit erlesenem Luxus ausgestattet war. Es roch geradezu nach Vornehmheit. In
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