Ich schloß mich ihnen an, lebte zwei Wochen in ihrer Gesellschaft. Wir reisten über Sankt Nikolas nach Rasario de Santa Fe, wo viele von ihnen bei den Kolonisten und Farmern Anstellung fanden.
Die Linjeros leben einfach und anspruchslos. Morgens, mittags und abends bereiten sie sich ihren Mate-Tee mit Zucker und machen mit diesen Zutaten Mate Pombillio, ein Teegetränk, das aus einem kleinen getrockneten Kürbis mit einem Saugrohr geschlürft wird. Der Kürbis mit Mat& Pombillio geht nach indianischer Überlieferung im Kreise der Anwesenden herum, wie etwa die„Friedenspfeife”. Die Linjeros brauchen sehr wenig zum Leben, auch ich gewöhnte mich daran. Ich hatte mich mit einigen Linjeros angefreundet, be- scheidene, angenehme Menschen, in deren Kreis ich mich wohlfühlte. Sie hatten auch eine Decke für mich, die mir gute Dienste tat. So heiß der Tag ist, nachts wird es oft empfindlich kalt. Und die Moskitos sind eine furchtbare Plage.
Unterwegs fanden immer wieder einige Arbeiter Anstellung bei den Far- mern. Zuletzt waren nur noch ein halbes Dutzend der Leutchen bei mir und auch. die reichten mir eines Tages die Hand zum Abschied. Sie sprachen mir zu, mit ihnen zu arbeiten, ich aber wollte weiter. Ich hatte mir vorgenommen, das ABC zu studieren, das heißt, die drei größten südamerikanischen Staaten: Argentinien , Brasilien und Chile , die sogenannten ABC-Staaten, kennen- zulernen.
So wanderte ich allein weiter. Die Landschaft wurde einsam und unwirtlich. Ich befand mich jetzt in den zentralen Gebieten Argentiniens , in einer noch ziemlich unberührten Gegend. Steine und Steppe waren die Kennzeichen dieses Gebietes. Ich überlegte mir anfangs, ob ich nicht lieber umkehren, mit den Linjeros arbeiten, etwas Geld verdienen und mich in ihre Ruhe und Be- scheidenheit, in ihr geregeltes Leben zurückziehen solle. Warum dieses Leben der Unrast und der Strapazen, nur um immer neue Eindrücke zu sammeln, um die seltsame Lust zu befriedigen, zu wissen, was nun eigentlich an diesem Erdball dran sei, was es da alles gibt, was er an Möglichkeiten für unser Erdenwallen birgt. Es ist mir manchmal auf meinen Wanderungen, als müsse irgendwo einmal das Geheimnis des Lebens offenbar werden, hinter dem blau- dunklen Horizont jener Berge, dem Mangrovenvorhang des Urwalds, in den endlosen Steppen und Einöden wenig erforschter Gebiete oder weit, weit in
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