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Weltreise nach Dachau : ein Tatsachenbericht nach den Erlebnissen des Weltreisenden und ehemaligen politischen Häftlings / Max Wittmann ; aufgezeichnet von Erich Kunter
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Wir kamen überein, zu dritt zu versuchen, auf ein Schiff zu kommen. Sie gaben mir einige Winke, die für das Gelingen unseres Planes entscheidend waren. Schwierig für einen, der blinder Passagier werden will, ist es bereits, einen abfahrbereiten Dampfer auszumachen, denn man kann ja erst unmittel­bar vor der Abfahrt an Bord gehen. Endlich fanden wir den jugoslawischen Dampfer Laeste". Daß die Reise nach Brasilien ging, konnte man leicht fest­stellen. Die Laeste" erhielt Zufuhr von einem Zug mit Kohlen, an dessen Wagen verschiedentlich das Wort Brasilien " zu lesen war. Aus mehreren Anzeichen konnte man sodann entnehmen, daß das Schiff daran war, seeklar zu machen. Der Rumpf war tief geladen. Auch hatte der Dampfer den ,, blauen Peter" gesetzt, eine blaue Flagge mit weißem Quadrat, ein Zeichen, daß ein Schiff binnen 24 Stunden den Hafen verläßt. Die Matrosen legten die Lade­bäume aus, das Schiff lag unter Dampf: höchste Zeit, einzusteigen.

Meine zwei Finnen halfen mir, unbemerkt an Bord zu kommen, indem sie Schmiere standen und mich mit verschiedenen Tricks vertraut machten, die mir das Einschleichen erleichterten. Weiß der Kuckuck, sie selber kamen aber nicht auf dieses Schiff, wieso und warum, konnte ich nie ergründen. Hatten sie aus irgendeiner Laune heraus im letzten Augenblick Abstand davon ge­nommen oder war ihre Absicht, an Deck zu gelangen, durch einen mißlichen Zwischenfall vereitelt worden?

Ich versuchte, mich im Heck des Schiffes zu verstecken, doch war das Kabel­gatt verschlossen, und ich mußte trachten, nach mittschiffs zu gelangen. An der Kombüse vorbei kam ich glücklich an die Tür des Heizraums und dann hinein in einen Zwischenbunker. Eine bange Stunde verging, und es war mir wie eine Erlösung, als ich endlich das Geräusch der Schiffsmaschinen hörte, die den Dampfer in Bewegung setzten. Noch war ich aber nicht in Sicherheit. Wenn man mich entdeckte, bevor das Schiff auf offener See war, konnte ich schmählich von Bord gejagt und an Land zurückgebracht werden. Es ging jedoch alles gut. Bald merkte ich an den Schwankungen des Schiffes, daß wir die offene See erreicht hatten. Nun konnte es gehen wie es wollte: mein Weg nach Brasilien war vorgeschrieben.

Nach einem tiefen und langen Schlaf wachte ich hungrig auf. Zu essen hatte ich nichts bei mir; ich mußte mich also jetzt wohl oder übel zur Stelle melden.

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