,, So, das Geschäft wäre gemacht", erklärte er befriedigt, als der Geschäftsfreund sich verabschiedet hatte. Nun muß ich aber ins Büro, du entschuldigst mich", setzte er eilig hinzu. Der Alltag hatte ihn wieder ganz gefangen; er war stärker als die phänomenale Gewalt der Urweltelemente in ihm und das Wissen um die Geheimnisse einer höheren Wirklichkeit; die Gewalt des Alltags drängte das andere in die privaten Bereiche eines Käfigdaseins zurück, aus dem es nur selten ans Tageslicht kam.
Ich begab mich in den Hafen, erfuhr, daß heute noch ein Schiff nach Portugal fahre und löste eine Passagierkarte. Es blieben nur wenige Stunden Zeit, meine Angelegenheiten im Hotel zu ordnen. Am Nachmittag hatte ich mich bereits in meiner Kabine eingerichtet. Bald darauf ging die Fahrt los und verlief fahrplanmäßig. Der Dampfer legte in Huelva , dem bekannten spanischen Erzhafen, an. Bei einem Rundgang im Hafen bemerkte ich den schönen Hapagdampfer Essen", der sich mit einer Ladung Erz von Spanien nach Australien befand.
Australien ? Nun ja, das war eine Station in meinem„ Traum".
Und Brasilien ? Die Erzählung meines Freundes Fritz spukte zwar immer noch in meinem Hirn, und ich trug mich auch mit dem Gedanken, Orchideenjäger zu werden. Die Sache hatte etwas sehr Verlockendes für mich. Aber ich fühlte in diesem Augenblick wieder, daß ich meinen Weg gehen mußte. Was ging mich der Traum eines andern an?
In Huelva traf ich zwei deutsche Seeleute aus Magdeburg , die mich in eine lustige, rauchgeschwärzte Hafenkneipe mitnahmen. Es wurde kräftig gezecht und Seemannsgarn gesponnen, und wir gerieten in frohe Laune.
,, Komm mit uns, Kamerad, nach Australien ", forderten sie mich auf.„ Du hast nichts zu verlieren, siehst was von der Welt, und kannst wohl zu was kommen, wenn du die Augen offenhältst. Du bist ein junger, froher Landsmann, der uns manch grieselige Laune vertreiben mag."
So sprachen sie mir zu, bis ich einverstanden war. Aber wie auf das Schiff kommen? Das wollten sie schon bewerkstelligen.
Die Zollwache täuschten wir, indem wir als Seeleute Trunkenheit markierten, und so in das Hafengelände hineinkamen. Die Wachmänner dachten natürlich, daß wir Seeleute seien, die sich auf einem kurzen Landurlaub tüchtig bezecht
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