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Weltreise nach Dachau : ein Tatsachenbericht nach den Erlebnissen des Weltreisenden und ehemaligen politischen Häftlings / Max Wittmann ; aufgezeichnet von Erich Kunter
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anzunehmen, denn meine Barmittel gingen allmählich aus. Da kam zur rechten Zeit ein Rrief von Gober, der mich einlud, zu ihm nach Palma di Mallorca zu kommen.

Ich besann mich nicht lange und fuhr hin. Das Hotel lag in einem schönen stillen Winkel am Meer. Ich lebte dort ein paar Wochen als Gast Gobers. Um mir eine kleine Aufgabe und einen Gelderwerb zu schaffen, übernahm ich am Strand eine Bootsvermietung für die Gäste des Hotels. Das währte so ein paar Wochen. Da nahte eines schönen Vormittages die Veränderung in Gestalt des Herrn Capeine. Er begrüßte mich und den freundlichen Zufall, der unsere Wege abermals kreuzen ließ,

Was machen Sie denn hier? fragte er.Bootsfahren? Sie sollten etwas Gescheiteres treiben. Kommen Sie mit mir. Bei mir ist.es interessant!

Was gibts zu tun? fragte ich.

Dächer von Flugzeugschuppen aufmontieren.

Ich dankte meinem Freunde Gober für seine Gastfreundschaft und fuhr mit Herrn Cap£ine, dessen Angebot für mich verlockend war.

Der Betrieb des Herrn Capeine befand sich auf Minorca. Ich arbeitete mich schnell und gut ein. Mein Arbeitgeber war mit meinen Leistungen sehr zu- frieden und ernannte mich zum Hausmonteur. Als solcher wurde ich gut bezahlt. Ich konnte mir ein hübsches Sümmchen zurücklegen.

So ging das eine Weile. Aber aufeinen Brief meines Freundes Gober hin besann ich mich wieder eines anderen. Gober schrieb mir, er wolle auch mal wieder den Wanderstab in die Hand nehmen und müsse daher seinen Posten als Hotelsekretär aufgeben. Ob ich nicht Interesse dafür habe. Der Vorschlag gefiel mir nicht übel. Kurz entschlossen gab ich meine Arbeit im Betrieb Capeine auf und wurde Hotelsekretär im Hotel Iha dOr bei Puerto Pollensa. Es gab viel Arbeit, doch wurde ich gut fertig. Der Besitzer des Hotels war mit mir zufrieden, zumal ich organisatorisch einige Neuerungen und Veränderungen im Hotel schaffte, die den Gästen und somit dem Ruf des Hotels zugute kamen. Auch traf ich Vorkehrungen, daß sich die Reisenden- und Gepäck- beförderung praktischer und reibungsloser abwickelte als bis dahin. Meine wirtschaftlichen Verhältnisse besserten sich mehr und mehr. Es sammelte sich eine Menge Geld bei mir an. Ich dachte damals nicht daran, mein Geld auf eine Bank zu tun, sondern trug immer einen kleinen Koffer voll Devisen mit mir herum.

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