Druckschrift 
Weltreise nach Dachau : ein Tatsachenbericht nach den Erlebnissen des Weltreisenden und ehemaligen politischen Häftlings / Max Wittmann ; aufgezeichnet von Erich Kunter
Seite
19
Einzelbild herunterladen

mußte ihr versprechen, zu schreiben und wiederzukommen, sie wolle mir ewig treu bleiben.:

So verließ ich die lieben Leute und pilgerte die Straße meines Lebens weiter, kam nach Florenz , tauchte tagelang in den Kunst- und Wunderwerken dieser unvergleichlichen Stadt unter. Ich folgte weiter den Pfaden, die schon so viele vor mir betreten hatten, folgte den Spuren der Großen, die in diesem Land die Höhepunkte ihres Daseins, die Erfüllung ihrer Träume von Schönheit und Vollkommenheit gefunden hatten. Erschüttert und ehrfürchtigen Herzens stand ich schließlich im Angesicht der Ewigen Stadt. Ein seliger Schauer erfüllte mich. Wie im Traum schritt ich einher auf der Via Appia . Von ihr hatte ich bereits vor Jahren erfahren, als ich das BuchQuo vadis las. Die unterirdischen Katakomben, die Peterskirche, das Kolosseum und all die vielen bekannten alten und neuen Bauten, sie wurden mir zum unvergeßlichen Erlebnis.

In Rom blieb ich ein paar Wochen, schrieb meiner Mutter. Sie schickte mir auf meinen Wunsch einen Ausweis, der meine Volljährigkeit bescheinigte, den ich allerdings etwaskorrigieren mußte, damit er auch stimmte! Mit diesem Ausweis gelang es mir, einen Paß für fünf. Jahre für das In- und Ausland zu bekommen.

Nach einigen weiteren Wanderungen und Reisen in Italien begab ich mich in die Schweiz , über Zürich nach Genf , diese weltaufgeschlossene, internationale Stadt, in der die Luft vieler Länder und Völker weht. Beim Billiardspiel im Hotel lernte ich Peter Baumann kennen, den Adoptivsohn des ehemaligen dänischen Konsuls Hartwick. Wir freundeten uns an; er gab mir wertvolle Winke und Ratschläge, brachte mich in Verbindung mit einer Familie Donsel,

. die mich gastfreundlich aufnahm. In meiner Kasse war wieder einmal Ebbe. Ich bemerkte es seit einigen Tagen mit Sorge. So mußte ich mich nach einem passenden Erwerb umsehen.

Donsel war ein reicher Mann, der vor der Stadt eine große Pelztierfarm besaß, in der wertvolle Tiere aus Argentinien untergebracht waren, vor allem die Nutria, eine Art Biber, deren feine dichte blaugraue Wolle einen beträcht- lichen Handelswert darstellt.

Herr Donsel stellte mich in seiner Farm für die Pflege der Pelztiere an. Der Umgang mit den Tieren machte mir Freude. Ich hatte alle Hände voll zu tun, denn es gehört viel dazu, die Tiere sachgemäß und richtig zu versorgen. Im

19