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Weltreise nach Dachau : ein Tatsachenbericht nach den Erlebnissen des Weltreisenden und ehemaligen politischen Häftlings / Max Wittmann ; aufgezeichnet von Erich Kunter
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heit. Mein Inneres ist ausgefüllt von fremden Welten. Der Gegensatz dieser inneren Welt zu meiner Umwelt wird manchmal unerträglich.

Ich besuche Museen, besonders solche, die Völkerkundliches zeigen. Alle die Dinge aus fremden Ländern und Kulturen, die dort ausgestellt werden, inter­essieren mich wohl, aber ich muß mir befremdet eingestehen, daß sie keinen starken Eindruck auf mich machen. Nur wenn ich einmal vor einem besonders interessanten Stück stehen bleibe und längere Zeit davor verweile, kann es sein, daß ich plötzlich wie verwandelt bin, in eine andere Welt entführt werde und mich in die Bezirke meiner Träume verliere.

Anders geht es mir im Bildermuseum. Die Farben und das starke Eigenleben der Bilder großer Meister üben eine seltsam erregende Wirkung auf mich aus. Ich entdecke ein paar Gemälde von van Gogh und Gauguin , verschaffe mir von diesen Malern Kunstmappen. Der fremdartige Reiz der Exotik Gauguins ent­flammt mich sehr. Ich verliere mich in den Bann seiner Bilder, das sind die Landschaften meiner Wunschträume, die Szenen und Menschen, die mich innerlich bewegen.

Ich komme heim, verloren und befangen in meiner Welt, erfüllt von Ge­sichten und Bildern, unfähig, die dumpfe Wirklichkeit und gewöhnliche All­täglichkeit um mich zu fassen. Im Halbdunkel des Treppenhauses begegnet mir mein Vater, er ist krank und blaß wie ein Schatten. Wir grüßen einander, ich achte kaum darauf, wir gehen aneinander vorüber. Wir sind immer an­einander vorübergegangen, so wie die meisten Menschen, auch die Angehörigen und Verwandten nebeneinander hergehen, nicht miteinander, wie es unter Menschen sein sollte. Irgendwie ist mir alles fremd, nicht zu mir gehörig. Und doch liebe ich meine Angehörigen und unser Heim. Vielleicht bekomme ich einmal Heimweh danach, wie ich jetzt Fernenweh habe.

Unbewußt kehre ich mich auf der obersten Treppenstufe nochmals nach meinem Vater um. Auch er wirft, wie von ungefähr, einen Blick zurück. Es ist ein Augen- Blick, der nicht verlöscht, sondern haften bleibt, sich einsenkt, und der mir vielleicht nach Jahren wieder in den Sinn kommt, mir glückliche und schmerzliche Erinnerungen an das Vaterhaus wachruft. In diesem sekunden­langen Blick liegt die Summe eines Lebens: Sorge und Enttäuschung, aber doch ein demütiges" Ja" an das Dasein, Ergebung und stilles Bescheiden, ach ja,

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