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Ein Jude spricht für Deutschland / Schelomo Bar Eljokum
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Hitler, des deutschen Volkes Führer, uns in einen Krieg verwickeln, der erzieherischer ist, als alle Andacht in den Kirchen es je zu sein vermag.' Gewiß, riefen vielen:, Führer, wir folgen Dir!' Als solche Rufer galten Verführte und andere, die verführen wollten. Ich würde die völlige Un­wahrheit sagen, wenn ich behauptete, daß es nur wenige gewesen wären. Weit gefehlt! Ich richte mich an jene Kreise, die mich einer solchen Dummheit für fähig halten. Gewaltige Massen waren es, die eingestimmt haben. Tausende, Zehntausende, Hunderttausende, ja sogar Millionen. Aber, gemessen an der Gesamtzahl des deutschen Volkes, waren es noch nicht einmal zwanzig Prozent. Unter ihnen war bestimmt ein großer Teil, den man als Mitläufer bezeichnen darf. Andere wiederum würden sicher einer kommunistischen Regierung genauso ergeben gefolgt sein wie einer deutsch - nationalen. Sogar einer jüdischen Verwaltung hätten sie gedient, wenn die Vorteile dementsprechend gewesen wären und dazu die Uniformen prächtig.

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Verstand anwenden, das wollten sie doch nicht. Warum sich mit Din­gen belasten, zu denen man das haben muß, woran es den meisten fehlte: Geist! Was kann man von so haltlosen Schwächlingen verlangen, von denen jedes Volk mehr als genug hat! Dabei gehe ich sogar so weit, zu sagen, daß auch ein sehr großer Teil der Mitläufer aus irgendwelchen Gründen in die Nazipartei eingetreten ist, nur nicht aus politischen. Viele der Füllnummern suchten sogar das tägliche Brot über den Weg der Hitlerpartei.

Was verriet uns der Zeuge Daniel Oppermann?, Ich war ohne Stellung, als meine Frau das sechste Kind erwartete. Zu dieser Zeit bekam ich monatlich RM 72,35 als Arbeitslosenunterstützung ausbezahlt, die noch nicht einmal ausreichten, Miete, Brot, Kartoffeln und Milch zu bezahlen. Ich war so verzweifelt, daß ich mehr als einmal die Absicht hatte, Selbst­mord zu begehen. Nur die Ungewißheit, was aus meiner Familie werden sollte, hielt mich davon ab. Für einen Familienvater ist das, was ich durchgemacht habe, so ziemlich das Allerschrecklichste. Nur derjenige Ehemann und Vater, der persönlich das erlebt hat, wird verstehen, was ich damit meine., Hunger', schrien meine fünf Kinder sehr oft.

In meiner unbeschreiblichen Notlage ging ich zu dem mit Gefängnis bereits öfters vorbestraften früheren Friseur August Schwemminger, der schon seit Jahren einen sehr hohen Posten bei der SS bekleidete. Mit einem Anstellungsvertrag in der Tasche, der mir ein Monatsgehalt von dreihundert Mark zusicherte, kam ich wieder nach Hause. Vcn da an war ich nicht nur Chauffeur, sondern auch SS- Mann. Allerdings verlor ich meine allerbesten Freunde, aber dafür gewann ich die Überzeugung, daß

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