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Ein Jude spricht für Deutschland / Schelomo Bar Eljokum
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In diesem Falle dürfte kein deutscher Heeresangehöriger den Befehl ausführen, der keiner wäre, weil es ein Kommando: ‚Schieß den über den Haufen... im deutschen Heere nicht gibt. Wenn aber der Soldat den vorschriftsmäßigen Befehl bekommt, mein Weib und unsere Kinder zu erschießen, dann muß er den Befehl ausführen. Und er führt ihn aus!

Herr Zeuge, waren Sie in der Nazipartei?

Jetzt läßt die Spannung bei einigen Diplomaten und Presseleuten er- heblich nach.

Nein, erwiderte der Zeuge Schneider.Ich gehörte zu keiner Partei. In unserer Familie haßten wir die Nazis.

Daraufhin meinte der Verteidiger:

Dann war sicherlich auch keiner Ihrer Familienangehörigen Partei- mitglied?

O, doch. Drei Brüder von mir.

Der Präsident meinte*dazu, daß es doch ein Widerspruch sei; erst hätte der Zeuge gesagt, die ganze Familie habe die Nazis gehaßt und nun käme er plötzlich damit raus, daß sogar drei seiner Brüder der Partei angehörten.

Herr Zeuge, sind Sie sich über diesen Widerspruch im klaren?

Herr Präsident, obwohl ich bereits zwei Stunden vernommen werde, bin ich noch Herr meiner Sinne. Ich habe mich in keinen Widerspruch hineingeredet, und deshalb brauche ich mich auch mit keinem Wort her- auszureden. Hätte man mich aussprechen lassen, dann wäre die ganze Auseinandersetzung erspart geblieben, da ich mit meinem Bericht noch keineswegs fertig war.

Gut, Herr Zeuge, was nicht ist, kann noch werden. Setzen Sie bitte Ihre Aussage fort. Gespannt darf ich doch sein, wie Sie dem Schieds- gericht alles erklären werden. Nur keinen Groll! bemerkte noch der Präsident, zum ersten Mal während der ganzen Verhandlungsdauer, einen Scherz machend.

Meine Brüder gingen aus Not zur Nazipartei über, ohne jemals im Leben wahre Nazis gewesen zu sein. Sie haßten die Hitlerianer wie die Pest. Auch nachdem sie in die Partei eingetreten waren, ließ ihr Zorn nicht nach im Gegenteil! Er verschärfte sich! Im Jahre 1932 waren wir Brüder es sind unser fünf ohne Beschäftigung drei davon verheiratet und hatten Kinder. Die Arbeitslosenunterstützung war so gering, daß es ganz unmöglich schien, damit auszukommen. Be- sonders deshalb nicht, weil zwei Ehefrauen wegen Unterernährung kränklich wurden. Eines Tages gingen wir fünf an einer Wirtschaft vor-

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