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Auf die Toten hinweisend, fragte ich: ‚Sind diese Freischärler etwa keine polnischen Kämpfer?‘ Darauf erwiderte ein älterer Pole: ‚Das einzige, was an diesen Leichen polnisch ist, sind die Uniformen. Dabei bin ich nicht sicher‘— so fügte er noch hinzu— ‚daß Knöpfe und Zwirnsfaden die polnische Republik je gesehen haben, bevor sie deren Träger auf dem Leibe herbrachten.‘
‚Wer sind Sie?‘ stellte ich den Sprecher zur Rede. Freundlich gab der Gefragte zur Antwort: ‚Ich bin der Pfarrer von diesem Dorfe und spreche die deutsche Sprache so gut wie die polnische.‘
Nachdem mein Regiment aufrückte, setzte ich mit meinem Halbzug
die Patrouillenaufgabe fort. Zum nächsten Dorfe wars kein weiter Weg.
Dort trafen wir deutsche Kameraden vom Infanterieregiment 147, das auch den Namen ‚Hindenburg‘ führte. Diese ‚Hindenburger‘ neigten zu der Ansicht, daß es mit dem angeblichen polnischen Grenzüberfall Schwindel sein muß:e; sie wären dabei gewesen. Die ‚polnischen Frei- schärler‘ hätten ausgezeichnet deutsch gesprochen und nur wenige von ihnen ein paar Brocken polnisch. Alle sollen ihren Unwillen gezeigt haben, denn es sei ihnen versprochen worden— so hätten die Frei- schärler behauptet, bemerkte der Erzähler— daß sie aus dem Konzen- trationslager entlassen würden, wenn sie den Beweis erbracht hätten, daß sie dem Führer dienstwillig sind... Ein Probeüberfall sei auf Deutschland manövermäßig durchzuführen, bei dem sie weiter nichts zu tun brauchten, als angreifende Polen zu markieren. Die ganze Ange- legenheit nähme nur ganz kurze Zeit in Anspruch. Dann habe die Stunde der Freiheit geschlagen... Dreihundertachtzig Mann meldeten sich frei- willig; darunter waren 87 Juden, 64 ehemalige SA-Leute, 29 frühere SS -Männer, 91 Kommunisten, 67 Sozialdemokraten und 42 andere politische Häftlinge. ‚Zunächst waren wir doch verblüift über das Ganze und hörten auf zu schießen‘,— so berichtete der 147iger weiter. Dann sei ein Gestapooberst gekommen, der sich nach den Gründen der Feuereinstellung erkundigt habe. ‚Unser Leutnant‘, so erzählte der vom Regiment Hindenburg, ‚klärte den Oberst auf.‘ Darauf erwidert dieser: ‚Herr Leutnant, daß Sie sich von dem Saupack der Pollaken so am Narrenseil führen lassen, ist sehr bedauerlich.... Natürlich sind das Polen und Juden, die niemals in einem deutschen Konzentrationslager geses- sen haben. Diese Schweine behaupten das nur, um nachher flüchten zu können. Nur Zeit wollen sie gewinnen, sonst nichts. Keiner darf ent- weichen. Gefangene dürfen nicht gemacht werden. Die Saubande hat gestern Abend die Bevölkerung von Maggrabowa in Angst und Schrek- ken versetzt. Dreiundvierzig friedliche Bürger dieser Kleinstadt haben
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