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Ein Jude spricht für Deutschland / Schelomo Bar Eljokum
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der Bewei Mal wollten die Bedrängten Ruhe haben, und deshalb beschlossen sie, in ein Land zu ziehen, in dem Israeliten um ihr Leben nicht zu bangen brauchten. Nach Sachsen ging die Reise... Vom Regen kamen sie in die Traufe, denn nach fünfzigjähriger Pause entbrannten Judenverfol­gungen in diesem Lande...

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Dort, wo der Große Kurfürst herrschte, sollte es für Juden sicher' sein. Daher wanderte um die Jahrhundertwende Isaak Gutkind, ein Nachkomme von Moses Levy, nach Berlin , wo er als Küfer sein Brot verdiente. Nachdem der erste Preußenkönig den Juden etwas Frei­zügigkeit gewährt hatte, erging es auch meinen Leuten besser, so daß sie sich mit Stoffhandel beschäftigen konnten. Viele Jahre später eröffneten sie ein Ladengeschäft, das den Namen Aron Löwenstein führte.

Im Jahre 1844 übernahm mein Großvater, Josua Löwenstein, dieses Geschäft, das mit dem Schluß des deutsch - französischen Krieges im Jahre 1871 auf meinen Vater Nathan Löwenstein übertragen wurde. Mein Bruder Felix trat in das väterliche Geschäft ein, nachdem er die Webschule besucht hatte. Ich, der jüngste Sohn, studierte Jura und brachte es zum Professor der Rechtswissenschaft.

Fast zwanzig Jahre hatte ich einen Lehrstuhl an der Berliner Univer­sität inne. Als Rechtsberater der deutschen Regierung wurde ich oft vom Kaiser in Audienz empfangen und bekam außer dem Titel Ge­heimrat noch den Adlerorden. Bis zum Herbst 1918- und sogar noch länger war ich meinem kaiserlichen Herrn treu ergeben, ein Monarchist...

Im Jahre 1933 kam der Tyrann Adolf Hitler an die Macht und einige Jahre später war die Reihe an mir, die Flucht zu ergreifen. Die fürchter­lichen Judenverfolgungen in Deutschland zwangen mich dazu, wie sie meinen Ahnen im fünfzehnten Jahrhundert gezwungen hatten, so daß zwischen ihm und mir in punkto Judenverfolgung kein Unterschied be­steht. Also stelle ich fest, daß meine Familie seit mehr als fünfhundert Jahren ihres Glaubens wegen verfolgt wird...

Wo ist derjenige, der ernstlich für uns Partei ergreift? Wer gewährt uns Schutz und Recht? Wen treibt menschliches Empfinden zu dem Rufe: Komm Jude, laß uns Brüder sein-? Gewiß, es gibt Gesetze, die uns schützen sollen. Gnade uns Gott, wenn es soweit ist, daß sie in Anwendung gebracht werden müssen. Papier ist stumm! Die Juden werden wie die Hasen gejagt. Bei dieser Jagd gibt es stets mehr anti­semitische Jäger als Juden.

Von den Treibern, die uns mißhandeln, ganz zu schweigen...

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