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Ein Jude spricht für Deutschland / Schelomo Bar Eljokum
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,, Mein lieber Weber, was die Verteidigung anlangt, muß ich Dich an das erinnern, was ich der gestrigen Versammlung unterbreitete. Tue mir den Gefallen und dränge nicht weiter. Lasse mich meine Entschlüsse ohne jegliche Beeinflussung fassen. Verlasse Dich darauf, ich habe eine sehr harte Nuß zu knacken. So ratlos wie heute, war ich selten zuvor Es gibt Probleme im Leben, die uns Menschen als unlösbar erscheinen. Die Verteidigungsfrage gehört dazu..."

,, Gut, mein lieber Löwenstein, ich werde Deine Worte respektieren... Aber darf ich noch etwas fragen, was auf das Thema Verteidigung keinen Bezug hat?"

,, Alles, was Du auf dem Herzen hast, mein lieber Weber."

,, Ja, alter Studiengenosse, auf dem Herzen habe ich soviel, daß ich mich selbst mehr als einmal frage: Wielange wird's noch dauern, bis das irdische, Webergebäude' zusammenbricht?" ,, Wieso?" fragte der Jerusalemer.

Bevor Professcr Weber darauf einging, stellte er erst noch seine Fragen, die von Professor Löwenstein, so gut er konnte, beantwortet wurden.

Jetzt erzählte der Marburger alle seine Erlebnisse, die er nach der Machtergreifung Hitlers durchzumachen hatte, auch von seinem Leben in einem Konzentrationslager. Professor Löwensein war ganz erschüt­tert, als sein Freund mit seinem Bericht aufgehört hatte. Nach einer Unterredung von mehr als einer Stunde verabschiedeten sich die Ge­lehrten.

Inzwischen war es beim Hauptausschuß hoch hergegangen. Von allen Seiten kamen Telegramme. Staatsanwalt Dr. Kreuschke wollte schon Mittwoch in Genf eintreffen, wenn man für seine Unterkunft sorgen. könnte. Diese Frage wurde sofort erledigt, indem man ihm im, Hotel zum Bahnhof ein Zimmer bestellte. Zum Teil hatten auch schon bür­gerliche Zeugen ihr Erscheinen zugesagt. Einige von ihnen gedachten, Donnerstag anzukommen, wogegen andere ihre Ankunft erst für Freitag in Aussicht stellten. Wegen der Zeugen, die als deutsche Kriegsgefangene aus Moskau , London und Paris erwartet wurden, hatten England und Rußland ihre Zusagen telegraphisch übermittelt, während die Antwort Frankreichs noch ausstand. Auch von der Unterkommission, die in Deutschland arbeitete, waren Berichte eingetroffen. Sie bestätigte, zu­friedenstellende Fortschritte zu machen, und ferner, daß ihr alle vier Zonenverwaltungen mit Rat und Tat zur Seite ständen. Letztere Mit­teilung war besonders wichtig: denn erstens wurde das Erscheinen der

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