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Ein Jude spricht für Deutschland / Schelomo Bar Eljokum
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1871 abgespielt haben soll. Vom künstlerischen Standpunkt aus be- trachtet, ist es ein Meisterwerk und einzig in seiner Art.

Bitte einsteigen, sagte Eric Norgam,bis Genf ist noch ein weiter Weg.

Das Auto rollte durch das mit Naturpracht begnadete Schweizerland. Die Reisegesellschaft kam von einem Erstaunen in das andere.

Karl, hier müssen doch nur zufriedene Menschen wohnen...

Frau, ein Land mit nur zufriedenen Menschen gibt es nicht, es sei denn, man würde es noch entdecken.

Gut, Mann, aber wenn alle Leute so zufrieden wären, wie die Natur Gottes prächtig ist, dann hätten wir auf Erden das wahre Paradies.

Dieser Ansicht wurde allgemein zugestimmt.

Nahe an einem Eichenwäldchen machten sie ihre letzte Rast. Dann fuhren sie, ohne anzuhalten, bis nach Genf . Im Hotel Beaurivage, in dem der Hauptmann drei Zimmer im dritten Stockwerk mit Aussicht auf den Geniersee bestellt hatte, nahmen sie Wohnung.

In dieser Nacht beherbergte Genf zwei Menschen, die nicht wußten, in was für einem Trancezustand sie während der Tyrannenzeit Hitlers gehalten wurden.

Jetzt waren die mehr als zwölf Jahre lang Gehetzten ‚nur müde... Mondlicht und Sterne sorgten für Dämmerstimmung. Das Wasser des Genfersees plätscherte sozusagen das Wiegenlied. In den Bäumen der nahen Anlagen schliefen Singvögel. Ob sie durch ihr in der Früh be- ginnendes Konzert das Ehepaar Weber willkommen heißen? Der Vogel singt nie den Nationen, nur dem Gemüt gilt sein Gesang. ‚Ruht aus, ihr Fremden von der Lahn , ihr habts verdient. Die Macht der Vorsehung mischt die Karten. Ziehe eine, ziehe eine, niemand entgeht ihrem Los. Inder kommenden Woche ist das ‚Schicksalsspiel des deutschen Volkes. Wird es vom Zufall des Glückes abhängig sein oder vom Recht? Das ist die Frage!

Schon frühzeitig am Samstagmorgen erwachte Frau Weber. War sie nicht mehr müde, oder ist sie durch das Gefühl wohltuender Ruhe ge- weckt worden. Sie ging zum Fenster. Der Eindruck der Aussicht auf den Genfersee mit seinem Panorama war so gewaltig, daß sie einen Schrei nicht unterdrücken konnte, wodurch ihr Mann erwachte.

Was ist denn los? fragte der Gatte noch ganz schlaftrunken.

Karl, komme doch bitte einmal schnell ans Fenster.

Er kam und starrte nur so auf alles, was seine Augen sahen.

Nun wirst Du, mein lieber Mann, meinen Aufschrei verstehen und entschuldigen, nicht wahr?

d rechts von

der in Luzern