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Ein Jude spricht für Deutschland / Schelomo Bar Eljokum
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Samstag fuhren sie von Hannover ab und kamen gegen zehn Uhr abends in Kassel an, wo sie zu übernachten beabsichtigten. Dort konn-| ten sie aber weder Hotel - noch Privatzimmer auftreiben, so furchtbar]| | war die schöne Hauptstadt Hessen -Nassaus durch Bomben zerstört] | Über siebzig Prozent der Gebäude lagen in Schutt und Asche. Es blieb IN den Reisenden keine andere Wahl, als nach Fritzlar zu fahren, wo sie gegen ein Uhr früh eintrafen und Unterkunft fanden.

Montag Morgen um elf Uhr kam Dr. Rumpf, um Professor Weber abzuholen. Beide machten sich auf den Weg zu Dekan Urhan...

Das ist aber eine erfreuliche Nachricht, Herr Dekan. Lord Roberts scheint sich unserer Sache sehr angenommen zu haben.

Jawohl, das kann man getrost behaupten. Bitte nehmen Sie Platz, pen komm meine Herren. FE ‚Estw

Nachdem auch Professor Weber den Brief gelesen hatte, sagte er: ninte Ihr So, nun lassen Sie uns die Reisekoffer packen, es ging alles viel] Die Zeit rascher, als ich gedacht hatte. Herr Dr. Rumpf, besorgen Sie bitte die] Pässe!

Woher bekommen wir Schweizer Franken ? fragte der Dekan.wen

Keine Sorgen! Ich borge bei meinem Freunde Norgam für jeden von] dieReise: uns tausend Schweizerfranken... Damit müssen wir doch auskom-| Eigr zu men..., erwiderte der Professor. 5 Dekan|

Wie werden wir nur das Darlehen zurückbezahlen? wollte} | Dr. Rumpf wissen, der kein Freund von Kreditaufnahmen in fremden | Währungen war.

Darüber beunruhigen Sie sich bitte nicht. Herr Norgam kann auch | Mark gebrauchen, denn er bleibt mit seiner Frau noch fünf bis sechs | Monate hier. Außerdem beabsichtigt er, von Herrn Geheimrat Kahl ein | Ölgemälde zu kaufen: ‚Die Taufe das wenigstens anderthalbmal so- viel kosten wird, wie die viertausend Schweizerfranken an Gegenwert | ausmachen. Wir bezahlen ganz einfach für Rechnung von Herrn Nor- .gam an Geheimrät Kahl unser Darlehen in Mark, und der Fall ist | erledigt.

Haben Sie eine Ahnung, wieviel auf jeden von uns entfallen wird?

Das, Herr Dekan, kann ich Ihnen nicht auf den Pfennig angeben.

Meiner unverbindlichen Schätzung nach, dürfte jeder von uns zirka|

" zweitausendfünihundert Mark zu bezahlen haben. Häusern Na, das wäre ja einigermaßen erschwinglich. Außerdem glaube ich,|" ts

| daß Sie mit tausend Franken mehr als reichlich der Vorsorge Rechnung|7reicht, trugen, Herr Professor. Ich bin davon überzeugt, wir kommen mit weni-| il(: ger als fünfzig Franken täglich pro Person aus, bemerkte Dr. Rumpf.|hat

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