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Ein Jude spricht für Deutschland / Schelomo Bar Eljokum
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,, Nein, noch lange nicht. Aber es scheint ja sinnlos zu sein, etwas da­gegen zu sagen, nachdem die Sache bereits ihren amtlichen Weg geht." ,, Laẞ' mich Dir doch eine Erklärung geben."

,, Jetzt brauche ich von Dir keine mehr... Ich bin verzweifelt..." ,, Wenn Du keine andere Einstellung zu dieser Frage hast und Dich weigerst, meine Gründe anzuhören, dann werde ich das schriftliche Ansuchen um Pensionierung nicht einreichen. Nur den Dekan muß ich umgehend telefonisch verständigen... Aber das eine sage ich Dir: Du mußt Dich doch mit dem Gedanken vertraut machen über kurz oder lang mit einer staatlichen Pension auskommen zu müssen; denn ich ertrage das Leben, wie es jetzt ist, nicht mehr lange... Ich gehe daran zu Grunde...

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Professor Webers Worte kamen scharf und abgehackt. Frau Weber horchte erschrocken auf.

,, Ich verstehe Dich nicht, Karl, was sagtest Du eben?"

,, Das ist gar nicht schwer zu verstehen... Ich dachte, ich hätte eine Frau, die wenn es sein müßte mit mir gegen Tod und Teufel gehen würde! Die notfalls willig wäre, mit mir zu hungern... Jetzt sehe ich, daß rein materielle Fragen Dich aus der Fassung bringen. Wieviel brauchen wir denn schon, um durchzukommen? Wenn wir uns wirklich ein wenig einschränken müßten, wäre das, an der Not des Volkes ge­messen, so wichtig? Es scheint, die meisten Menschen haben nur Ideale, wenn sie satt sind, und der Hunger die anderen quält... Du bist besorgt, die Butter könnte ausgehen, und wir müßten manchmal ohne Fleisch auskommen... Haben wir nicht ein eigenes Haus, beinahe siebzigtausend Mark Bankguthaben, Grundstücke in Grünberg?... Und Du bist ver­zweifelt... Ist das all Deine Liebe, all Dein Verständnis für Deinen Mann, für den Du, um es mit Deinen eigenen Worten zu sagen, durch Feuer und Schwefel gehen wolltest...? Wo Du hingehst, da will ich auch hingehen, sang der Chor an unserem Hochzeitstage zu Grünberg vor nun fast dreiunddreißig Jahren... Du drücktest mir, die Hand zum Zeichen, daß Dir's aus der Seele kam... Du schautest mir in die Augen und dieser Blick... war er kein Schwur...?!

Der Gelehrte fuhr sich mit seiner Hand über die Augen...: ,, Soll das alles in Vergessenheit geraten sein? Ein so wichtiger Lebensabschnitt..! War es nicht in all' den Jahren unserer Ehe, als hielten die Engel Wache...? Und heute, wenn es um meine Pensionierung geht, machst Du Schwierigkeiten... Du zweifelst an mir... Wenn jemand von uns beiden einen Grund zu zweifeln hat, dann bin ich's. Du weißt sehr gut, was ich durchgemacht habe... Und das nicht zuletzt für Dich...

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