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Ein Jude spricht für Deutschland / Schelomo Bar Eljokum
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gewahrte,

Ich fiel ihr ins Wort:, Herr und Frau Randau, bitte helfen Sie uns! Ich habe das Gefühl, als wären Sie mir nahe verwandt. Meine Angehörigen,

über alles meine Blutsverwandten habe ich in dieser Stunde aufgegeben."

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Esther unterbrach mich:

, Edgar, wenn Du mich liebevoll nanntest

Deine Esther, wie Du mich immer so jemals geliebt hast, beweise es mir erneut, in­dem Du unser Haus verläßt und zu Deinen Leuten zurückkehrst. Schwöre mir, daß Du in Zukunft stark zu bleiben und mich zu verges­sen suchst, mit Dir kämpfen willst..... Solltest Du jedoch, was ich deinetwegen nicht wünsche, zu irgendeiner Zeit als Kranker Pflege brauchen, so lasse mich rufen..... Ich komme..... Es ist mein Ent­schluß, Diakonissin zu werden, deren oberstes Gesetz.... Pflichterfül­lung heißt.

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Daraufhin verließ ich das Haus der Randaus. Jetzt lieh ich mir Geld aus, das ich erst nach einigen Jahren zurückerstatten konnte,- nahm eine Schiffskarte nach Amerika , wo ich am 16. Februar 1912 landete. Dort versuchte ich, alles zu vergessen.

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Als Geschirrwäscher, Nachtwächter, Gartenarbeiter, Laufbursche.... plagte ich mich, meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Vieles habe ich ertragen und gar oft Not sowie Verzweiflung kennengelernt. Meine Fa­milie, die inzwischen ermittelte, daß ich nach Amerika ausgewandert war, versuchte wenn auch vergebens- durch den dänischen Konsul in New York meine Adresse ausfindig zu machen. Von einem jungen Dänen, mit dem ich mich anfreundete, erfuhr ich es. Da ich aber alle Brücken mit Europa abgebrochen hatte, wollte ich, daß dort niemand meinen Aufenthalt erfahre... Das, mein lieber Karl, war einer der Gründe, warum ich Dir nicht mehr schrieb... Einige Jahre trieb ich mich im Lande umher. Mit der Zeit gewöhnt sich der Mensch auch an die Lebenshärte und Verbitterung. Ach, wie oft dachte ich:, Viele Men­schen sind doch so glücklich; nur ich nicht. Auch unter Heimweh litt ich sehr. Trotzdem, der Stolz hielt mich aufrecht....! Meine Miẞ­stimmung wuchs noch, als ich eines Tages meinen Landsmann verlor, der als Lastkraftwagenführer tödlich verunglückte. Durch diesen Ver­lust, so schien es mir wenigstens, ging ein Stück Heimat von mir.

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Dann kam der erste Weltkrieg. Ich meldete mich 1917 freiwillig bei der amerikanischen Armee, in der ich bis zum Major avancierte. Bei den Kämpfen in Frankreich wurde ich schwer verwundet. Nachdem ich transportfähig war, brachte man mich nach den Vereinigten Staaten zu­

rück.

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