Druckschrift 
Ein Jude spricht für Deutschland / Schelomo Bar Eljokum
Seite
37
Einzelbild herunterladen

wer ge­lie nicht

chulden e, so ist men, die

Fall in

eweises at; aber ch nicht nischen Alles,- en deut­

s ganze

hlte, der

afte. Da­

hn war,

gten am stet wie

beteiligt mit kann errn Dr. ttin des wie oft

es spre­

in ganz jedoch

ere Or­

würde ekannte

wir nicht

It unser ingen... Kapitel

ich das

les, nur ,, trom­

me des var fast

chte die

Lichter aus. Da der Professor nicht gleich einschlafen konnte, wollte er noch etwas lesen. Aber was? Er wählte, Brehms Tierleben , das Leben der Fische.

Am nächsten Morgen beendete er seinen Vortrag über das Besitzrecht der Römer. Dann sprach er zum Thema, Anfechtung einer Willenser­klärung:

,, Wer bei der Abgabe einer Willenserklärung getäuscht wurde, kann diese Willenserklärung zu jeder Zeit anfechten, wenn die Anfechtung innerhalb der gesetzlichen Frist geschieht. Ferner, wer glaubhaft nach­weist, daß er bei wahrer Würdigung der Sachlage seine Willenserklärung niemals abgegeben hätte, kann ebenfalls von der Anfechtung Gebrauch machen. Auch wer bei Abgabe einer Willenserklärung das Gegenteil von dem sagt, was er hatte sagen wollen und den glaubhaften Nachweis dafür erbringt, kann Einspruch erheben. Dabei sind auch Indizien zulässig, de­ren Wahrscheinlichkeitswert zu beurteilen dem Gericht überlassen wer­den muß. Mit Absicht wies ich auf die Möglichkeit der Anfechtung einer Willenserklärung hin, weil ich die Überzeugung habe, daß eine Unmenge von den Nazitrauben, wie ich die Mitläufer nenne, davon Gebrauch machen dürften, wenn es nach mir ginge. Wurden doch viele, viele des Volkes getäuscht und durch Lügen und Betrug in die Partei eingefangen." Nach zwölf Uhr war der Gelehrte wieder daheim. Seine Frau kam ihm in der Diele entgegen und berichtete, daß sie mit Paula gesprochen habe. ,, Ich konnte sie nur mangelhaft verstehen, so aufgeregt war das arme Ding."

,, Na, was war denn los, daß sie nicht kamen?"

,, Paula sagte mir, daß ihr Bruder verhaftet und als Untersuchungsge­fangener in das Gefängnis in X- Burg eingeliefert worden sei."

,, Wer hat ihn verhaftet?"

,, Das weiß ich nicht."

,, Hat sie Dir nicht gesagt, ob ihn die Militär- oder die deutschen Behörden arretiert haben?"

,, Nein."

,, Machte sie gar keine Bemerkung darüber, Frau?"

,, Karl, ich erzählte Dir alles, was ich erfuhr."

,, Du bist aber reichlich nervös."

Wenn Du es so nennen willst."

"

,, Frau, ich will gar nichts. Ich stelle nur Tatsachen fest."

,, Stelle fest, was Dir beliebt, damit ist der armen Paula nicht geholfen." ,, Der armen Paula? Sie ist doch nicht eingesperrt."

37

37