allgemeinen. Na, die Zeiten sind längst vorbei, oder nicht? Ja, man kommt hie und da in Versuchung, leider' zu sagen.."
,, Das sagst Du."
,, Ja, das sage ich. Die Zeiten der Kaiserperiode waren mit all ihren Fehlern doch die glücklichsten für das deutsche Volk."
,, Lieber Mann, weißt Du überhaupt jetzt, was Du da sagst? Bist Du am Ende gar ein Monarchist....?"
,, Wenn Du mich so in die Enge treibst und dadurch erzwingst, daß ich darüber nachdenken muß, dann halte ich mich selbst für einen Monarchisten. Bewußt habe ich über solche Frage früher niemals nachgedacht. Natürlich bin ich kein Monarchist, indem ich alles blindlings gutheiẞe, was in aller Welt die früheren Kaiser und Könige sich anmaẞten. Jedoch eine Monarchie wie die englische, holländische dänische, schwedische, norwegische usw., würde ich sofort akzeptieren. Mit anderen Worten, eine Monarchie im Geiste echter und wahrer Demokratie. Nichts Besseres kann ich mir vorstellen für das deutsche Volk, bis die Menschheit zu Verstand gekommen ist, eine Weltregierung hat, so daß alle unter einen Hut kämen."
,, Karl, denkst Du vielleicht, daß man die Menschheit unter eine Regierung bringen kann?"
,, Lang ist der Weg, bis das erreicht sein wird. Wenn aber die Welt erst einmal die kommenden Kriege, ihre Not, Räubereien, die unausbleiblichen Folgen einer Mißwirtschaft, Armut usw. satt ist, dann kann es im Laufe der darauf folgenden Jahrzehnte oder Jahrhunderte möglich werden, daß die Völker zur Einsicht kommen und sich zu einer Weltregierung aufraffen, ohne daß die einzelnen Volksgemeinschaften ihre Religionen, Sitten, Gewohnheiten usw. aufgeben müßten."
,, Alles schöne Idealvorstellungen. Aber sprachst Du nicht davon, daß erst noch ein Krieg kommt, bevor eine Weltregierung möglich ist? Das wäre doch schrecklich, oder nicht?"
,, Liebe Frau, was ich in dieser Beziehung denke, ist, um mich klar auszudrücken, mit einem einzigen Wort zu erklären."
,, Und das wäre?"
,, Chaos!"
,, Um Gottes Willen, erkläre mir das."
,, Liebe Frau, es ist kein geeignetes Schlafmittel und würde Dich nur aufregen. An Aufregungen hast Du in den letzten vierzehn Jahren aber keinen Mangel gehabt."
,, Mann, ich verspreche Dir, mich nicht aufzuregen, bitte erzähle mir, wie Du das meinst."
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