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Ein Jude spricht für Deutschland / Schelomo Bar Eljokum
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Rache'! und sangen die, Wacht am Rhein'. Die Militärverwaltungen, die auf Korrektheit bedacht sind, würden von ihren Regierungen An­fragen über Anfragen erhalten. Natürlich wissen diese Militärstellen sehr gut, daß es sich um weiter nichts als Zeitungsenten handelte. Am besten wäre es jedoch, zu keinerlei Klagen Anlaß zu geben. Darüber hinaus halten wir uns an das Motto:.Geh nit zum Ferscht, wenn De nit gerufe werscht!'"

Wieder großer Beifall.

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,, Deutschland muß jetzt mit Gehirn und Händen mehr arbeiten als je zuvor. Vaterländische Gesänge wie oft soll ich das noch sagen sind weder die Hilfe, die unserem Lande nützt, noch sind sie im Sinne des Volkes in seiner verzweifelten Lage. Gewiß, mit der Zeit wächst über vieles Gras, und es wird der Tag kommen, da deutsche Studenten im Kreise ausländischer Studenten, ja im Ausland selbst, wieder schöne deutsche Heimatlieder singen können. Der Weg dahin mag ein hindernis­reicher sein, aber er ist zu finden ja, wir haben ihn schon ange­treten. Wir besitzen, Gott sei es gedankt, in der Welt auch Freunde. Überall, besonders in England und Amerika , natürlich auch in Frank­ reich , Holland , Belgien , den Oststaaten usw. sind sie zu Hause. Ver­scherzen wir uns ihre Freundschaft nicht, sondern lassen Sie uns durch unser Verhalten dazu beitragen, die Zahl der Freunde zu vergrößern und die der Feinde oder jener, die uns weniger kernen und uns mit Vor­urteilen gegenüberstehen, zu vermindern. Ein zweites Mal soll die Welt nicht an uns zweifeln dürfen. Freundschaft kann man nicht erobern. Er­werben muß man sie am Erobern sind wir zugrunde gegangen!" Stürmischer Applaus.

,, Helfen Sie dabei mit, meine jungen Freunde! Was wir am nötigsten brauchen, ist, die ganze Welt davon zu überzeugen, daß zwischen den paar Millionen Nazis und der großen Masse der Reichsbevölkerung doch ein Unterschied bestand und besteht. Es ist dies ebenso wichtig wie Brot, ja fast noch wichtiger; denn davon hängt die Ehre unseres Landes ab. Ohne sie kann kein Volk in der Welt bestehen, auch das deutsche nicht. Man kann aber nur geachtet werden, wenn man achtbar ist. Wir Deut­schen in unserer großen Mehrheit sind ein gläubiges und ehrbares Volk, das in seiner Mehrzahl mit den Hitlerbarbaren nichts zu tun haben wollte und auf Grund seines wahren Charakters nichts zu tun haben konnte. Verbrecher hat die ganze Welt! Daß wir zeitweise mehr als andere Völker hatten, weiß nicht nur die Welt-- allmählich erfahren wir es auch hier im eigenen Lande, wo die Nazibarbaren so unbeschreiblich hausten. Gott heile alle Kriegswunden der Völker! Sorgen wir dafür,

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