Lemberg sprechen. Es dürfte klüger sein, wenn Ihre Gattin mit dem Beamten spricht, dann kann Ihnen auch von seiten der Gestapo kein Vorwurf gemacht werden."
Meine Frau kannte den Leiter des Wehrüberwachungsamtes durch ihre Versuche, mich über diesen freizubekommen. Also sprach sie mit dem Oberstleutnant Böhmig.
,, Ja, wir wollten Ihren Mann schon mit einer Eskorte abholen lassen. Die Gestapo hat uns mitgeteilt, daß sie ihn freigegeben habe und er längst in Lemberg sein müßte. Wir nahmen Verweigerung seinerseits an."
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,, Aber Herr Oberstleutnant, mein Mann ist hier in Krakau . Die Gestapo gibt ihn aber nicht frei, er muß sich bis auf weiteres täglich melden und wenn er das tun will, ist überhaupt niemand da, oder man läßt sich verleugnen. Ich glaube, da steckt ein merkwürdiges Manöver dahinter. Gestatten Sie, daß ich das ganz offen sage, Herr Oberstleutnant!" ,, Wie ist doch Ihre Wohnung in Krakau , haben Sie Telefon? Gut, dann unternehmen Sie jetzt nichts, alles Weitere wird von mir veranlaßt. Ich empfehle mich, gnädige Frau."
Dieses Gespräch gab allen Beteiligten, auch dem zuhörenden Kaufmanne, eine Entspannung: Die wollten gar nichts weiter erreichen, als es dahin bringen, daß Sie auch bei der Wehrmacht gleich wieder diffamiert sind und in eine Strafkompanie kommen. Das aber haben Sie, Frau Utsch, dadurch überaus geschickt abgebogen, daß Sie so vertrauensvoll zu mir gekommen sind. Ich danke Ihnen für Ihren Besuch und wünsche Ihnen alles Gute auf Ihrem Wege. Vor allem gute Reise nach Lemberg . Und machen Sie nur nicht zu schnell zu den Preußen. Das hat immer noch etwas Zeit", lächelte mir der vielbeschäftigte Kaufmann noch zu, während sich andere Besucher im Vorzimmer drängten.
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Wir kehrten ins Hotel zurück. , Dieses Mal gehe ich an den Apparat!" sagte meine Frau zu mir. ,, Warum, wieso?" ,, Dieses Mal werde ich den Transfeld verlangen, vielleicht habe ich mehr Glück." Wieder die bewußte Nummer: ,, Hier Frau Utsch. Kann ich Herrn Transfeld dringend
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