Zusammenhänge, bevor ich noch wußte, daß sie zur Gestapo gehörten. Zur gleichen Zeit, da diese Dame mich besuchte - es war eine Frau Fischer aus der Abteilung Wirtschaft kam ihr Chef bei einer Begegnung auf der Straße auf mich zu und versicherte mir:, Mit Ihrem Mann, gnädige Frau, haben wir einen Fang gemacht. Der kommt lebend nicht mehr aus dem KZ. Ich selbst war einige Zeit im KZ Buchenwald , allerdings nicht als Häftling, sondern in der Lagerleitung, und so können Sie mir schon glauben. Schreiben Sie ihn ruhig ab und suchen Sie sich was anderes.' Das war Herr Hoyer. Du kennst ihn ja selbst. Natürlich versetzte mir so etwas jedes Mal einen Schock und es kostete schlaflose Nächte and Kraft der Überwindung.
Einen ganz mysteriösen Anruf bekam ich von einem, der es, wie er sagte, gut mit mir meine, aber seinen Namen nicht preisgeben wolle und mir dann eröffnete: Hüten Sie sich bei den Judenverfolgungen. Man plant, auch Sie, wenn Sie vom Geschäft heimkehren, zu kassieren, mit umlegen zu lassen. Es wird Sie keiner retten, wenn Sie sich kaschen lassen. Man will Sie auf diese Weise aus dem Wege räumen. Ich sage Ihnen nochmals: Hüten Sie sich vor der Razzia nach Juden!"
Du kannst Dir denken, wie mir zu Mute war und wie vorsichtig ich in Lemberg zur Zeit der Judenverfolgungen sein mußte. Du hast ja selbst noch miterlebt, wie die Fängerei losging und wie oft wir uns damals legitimieren mußten. Jetzt hätten also auch meine Ausweise nichts mehr genützt. Ich machte oft große Umwege, um nach Hause zu gelangen, und ging nie ohne Begleitung.
Und dennoch, man war mitbeteiligt an dem Leid der eigentlich Verfolgten! Man mußte viel mit ansehen. Wie oft versuchten wir auch als Du weg warst, unter Gefährdung des eigenen Lebens, verfolgten Juden aus unserem Betriebe und auch anderen gehetzten Juden durch Papiere und Ausweise die traurige Lebensfrist zu verlängern! Doch dahinter sind sie nie gekommen sonst
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