An diesem Tage strahlte die Sonne in Breslau . Der gute Beamte, der mir am Sonntag so bereitwillig und menschenfreundlich den Weg ebnen wollte, hatte recht. Auch Ihnen wird wieder einmal die Sonne scheinen! Und schien sie mir nicht, auch wenn sie nur dezemberlich schien? Aber schien sie mir nicht leuchtend hell, hell strahlend, da ich nun meinem einzigen Verlangen entgegenfahren konnte, meiner Frau, meiner Elisabeth!
Und doch! War es nicht vielleicht für den anderen eine verhängnisvolle Wendung? Waren nicht schon wieder die Schergen am Werk, das Satanische gegen das Gute auszuspielen, das ohnmächtig darniederlag? Das große KZ- Lager Deutschland aller Orten!
Nie werde ich das Polizeigefängnis Breslau vergessen, das ich nun in allen Formen erlebt hatte: Der Empfang des Häftlingszuges aus Krakau , damals in der Nacht, als ein großes Polizeiaufgebot uns mit aufgepflanzten Bajonetten empfing. Dann Polizisten mit Handschellen in der Hand, die ich angelegt bekam, ehe noch mein Fuß vom Trittbrett des Waggons zum Erdboden glitt. In dunkler Nacht durch das Spalier der aufgepflanzten Bajonette, gefesselt, von Polizisten geführt. Dann in die Minna, den Polizeiwagen, gepfercht und in das Polizeipräsidium gebracht. Ich lernte damals die Kellerräume kennen und nun auch die Amtsstuben und die Amtshandlungen.
Das war aber nun vorbei! Neues Leben pulsierte in mir und nur kurz hielt ich mich noch bei diesen Gedanken auf. Die Auslagen der Buchhandlungen interessierten mich. Nicht die Buchhandlungen im eigentlichen Sinne, in denen nur sogenannte völkische und militärische Literatur marktschreierisch zum Kauf angeboten wurde! Mehr die alten, kleinen Antiquariate mit ihren da und dort noch zu entdeckenden literarischen Kostbarkeiten aus verklungenen Zeiten, mit Kupferund Stahlstichen . Ich konnte nicht widerstehen, einen kleinen, ersten Gruß für meine Elisabeth zu erstehen. Ich fand ein sinnreiches, schönes Bild aus der Romantikerzeit und
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