Das Menschengewoge in den Bahnhofshallen war auch in diesen frühen Morgenstunden, nachdem ich meinen fast noch nächtlichen Rundgang durch die Straßen Breslaus mit dem. Stehenbleiben vor dem Gefängnis und mit dem ungewöhnlich frühzeitigen Besuch des alten Weinhauses Güth beendet hatte, schon in vollem Gange. Militärs in allen Uniformen, Zivilisten, Fremdarbeiter, alles drängte sich in den breiten Wandelgängen und auch die Wartesäle waren überfüllt. An der Theke konnte man einen dürftigen Kaffee erstehen.
Die Schalter waren bereits geöffnet worden und ich wollte nun meine Zuschlagskarte für den Krakauer Schnellzug lösen, der in wenigen Minuten einlaufen sollte. Sie wird mir verweigert! Wieder zeige ich meinen Marschbefehl vom KZLager. ,, Tut nichts zur Sache! Sie müssen einen Passierschein. haben." Also zurück zum Polizeipräsidium, da die übliche Stelle für Passierscheine für mich nicht zuständig ist. Jetzt erst fällt mir ein, daß heute Sonntag ist. Trotzdem wird der Versuch gemacht.
Der diensttuende Offizier im Präsidium hört sich mein Begehren ruhig an. ,, Was, wo kommen Sie her? Aus dem KZLager? Nun, dann wird auch für Sie mal wieder die Sonne scheinen! Ich werde alles tun, daß Sie Ihr benötigtes Papier heute noch erhalten. Nehmen Sie bitte Platz!"
Diensteifrig und ehrlich wohlmeinend wurden nun mit aller Umständlichkeit aus den einzelnen Zimmern der betreffenden Referate die Unterlagen, Eintragungsbücher und Stempel geholt und nach einigen Stunden hatte ich meinen Passierschein. Da ich dem Beamten erklärte, daß ich von Krakau noch weiter nach Lemberg wolle, vermerkte er auf dem Passierschein die Reise nach Krakau mit genehmigter Weiterfahrt nach Lemberg .
,, Ja", sagte er ,,, man sieht immer den Leuten gleich an, was mit ihnen los ist, und ich bilde mir ein, es ist besser, man bildet sich sein eigenes Urteil in der heutigen Justiz und deshalb habe ich mich bemüht, Ihnen auch heute, am Sonn
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