suchen und Sie werden die Verantwortung zu tragen haben für Ihre Behauptung, die Reichssicherheitsbehörde würde stehlen."
Nun wußte ich auch wieder mehr; als ich ins Lemberger Untersuchungsgefängnis kam, reklamierte die Aufnahmestelle bei dem Beamten, der mich überbracht hatte, daß kein Haftbefehl vorläge. Ich stand damals bereits ohne Kragen und Binder, die Taschen entleert, da stritten sich die Beamten, ob sie mich überhaupt behalten wollten. Bei der Überführung nach Krakau , auf dem Monte Lupich, gab es die gleiche Szene. Mein Protest wurde damals mit einem Kinnhaken und dem Bemerken, daß mich diese Gespräche nichts angingen, beantwortet. Was sollte ich machen, eingesperrt, hinter Gittern, gegenüber Pistolenträgern, gegenüber den SS - Gefängniswärtern? Jetzt aber hörte ich, daß mir auch das Geld, das mir meine Frau gesandt hatte, vorenthalten, wenn nicht gar unterschlagen wurde. Wo blieb deutsches Recht, deutsche Justiz, deutsche Wahrheit? Die Tür fiel ins Schloß. Meine Frau war verschwunden.
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Ich stand dem Beamten alleine gegenüber. Er behielt die Haltung mir gegenüber, wie sie im Reichssicherheitshauptamt. offenbar zur geübten Methode gehörte. Freundlich, aalglatt, doch unnahbar. Ich merkte noch das Abgleiten in die vorangegangene Situation, den Ärger, den er über meine Frau gehabt haben mochte.
Ich stellte ihn vor die Frage, warum ich eigentlich im KZLager sein müßte. ,, Wir haben das so beschlossen", war die naive Antwort.
,, Ja", sagte ich, da mit dem Manne scheinbar zu reden war, ..das muß aber doch seine Gründe haben, denn der mir nach drei Monaten vorgelegte Haftbefehl sprach von einem Verbrechen, mit dem ich auch nicht das Geringste zu tun habe, so daß ich auch nicht unterschrieben habe, was doch sonst von den Häftlingen des Lagers um jeden Preis erzwungen wird?" Eiskalt kam die Antwort: ,, Wir behalten Sie aber trotzdem im Lager. Das wurde so beschlossen und bleibt dabei."
,, Ja, aber es muß doch etwas Konkretes vorliegen. Die Angaben über meine Person waren das Einzige, was man bei dem Verhör in Krakau von mir erhalten hat, und das ge
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