Druckschrift 
Gestapo-Häftling 52478 aus dem KZ Oranienburg-Sachsenhausen / Bert Utsch ; Vorwort von Bert Irving ; Zeichnung des Buchtitels und der Bildeinlage von Max Pöppel
Entstehung
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DER GALGEN

Es zittern die Hände,

Es wanken die Wände:

Vor den Baracken ein Häftling den Galgen zimmert. Im Hof ein armer Hilfloser wimmert.'

Nun ist es so weit:

‚Schon wieder die Zeit

Zur Versammlung, zum Abendappell!

In der Mitte steht das Mordgestell!

Es strömen herbei die großen Massen,

Die zwanzigtausend Lagerinsassen,

Aus der Buden drückender Enge.® Vorn die Capos in despotischer. Strenge.-

Die Menge im Zebragewand,

Auf dem Platz, im dürren Sand,

Muß Stunden um Stunden stehen,

Um dann das Schauspiel anzusehen:

Mit fahlem, falschem Gesicht

Der SS-Mann verkündet Himmlers teuflisch Gericht.

Und mitten durch die Menge wankt, dem Tod verschrieben, Gekettet, der Hilflose, von$$ dem Galgen zugetrieben. Den Fallstrick legt er sich selber um.

Alles blickt lethargisch stumm.

Da hebt zum Gruß der Scheidende nochmals die Hand, Und alle haben seinen Spott und Mut und Gott erkannt.

Der Galgen knarrt, der Körper fällt. Die Menge starrt, den Atem hält!-

25. 7. 1945. Bert Utsch.

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