In dem Lachen ist keine Freude, nur sehr viel Bitterkeit.
Ich blicke mich um. Wohin ich auch schaue nur Ruinen, nur Zerstörung und Vernichtung.
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überall sieht das Auge
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Es ist dunkel geworden. Der Mond steht als schmale Sichel am Himmel. Irgendwo blitzt es auf, für den Bruchteil einer Sekunde. Ein Funken eine Sternschnuppe. ,, Nun mußt du dir etwas wünschen!" sage ich laut zu mir selbst. Wie machte ich es als Kind? Da schloß ich die Augen. Und so mache ich es auch jetzt.
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Ich bin achtundzwanzig, aber uralt muß ich sein! So angestrengt ich auch nachdenke kein Wunsch fällt mir ein. Liebe? Glück? Sorglose Unbeschwertheit? Auch Wünsche, die Sternschnuppen nachgesandt werden, können unerfüllbar sein! Wo könnten sich noch Liebe und Glück verbergen auf einem Weg, der durch Trümmer und Ruinen geht?
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Die Augen sind noch geschlossen. Ich versuche mir vorzustellen, das alles, diese Ruinen, die in sich gekehrten Gestalten, das bittere Lachen und das Holzbein sei nicht. Es ist aber unmöglich. Ich öffne wieder die Augen. ,, Weise mir den Weg, der aus dieser Vernichtung hinausführt!" murmele ich. Und diese Worte sind viel mehr als ein Wunsch; ich spreche sie wie ein Gebet.
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Die Antwort kommt. An einer Wand, die einsam in den nächtlichen Frühlingshimmel ragt, lehnt eine Gestalt. Auf der Wand steht in großer, schwarzer Schrift etwas geschrieben. Der schwache Glanz des Mondes läßt es mich entziffern: Katakombe.
,, Sehen Sie!" sagt die Gestalt. Sie weist nicht zurück auf das Wort Katabombe. Sie zeigt in die entgegengesetzte Richtung. Über die vielen Ruinen hinweg zu einem Haus, das noch unversehrt ist. Wären die vieleu Häuser davor nicht zertrümmert worden ich hätte es nicht bemerkt. Auf dem Dach des Hauses schwebt ein Transparent. Drei Worte in riesigen Lettern: GOTT RUFT DICH!
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Ich setze den Weg fort, mein Schritt wird rascher und fester. Ich gehe an Trümmern vorbei. Eines Tages werden aus ihnen Blumen sprießen, und der Himmel vor mir wird hell werden, wird sich wandeln in zartes Blau. Ich weiß nun, warum Häuser zusammenstürzen und Mauern zerbersten mußten. Unser Blick sollte weiter werden, unser Auge sollte des Grenzenlose erschauen. Angst und Haß hatten uns in Fesseln gelegt und werden versuchen, uns aufs neue zu knebeln. Angst und Haß werden immer wieder Grenzen und Mauern errichten.
Aber wir werden stärker sein.
Wir
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du und ich.
Wenn in uns nur das siegt, was allein das träge Herz der Welt zu besiegen vermag: unendliche Geduld und unendliche Liebe!
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