murmelt er fast unhörbar ,,, daß unsere Freunde gerettet werden. Alles ist vorbereitet."
Ich schweige und bin tieftraurig. Denn als ich so zu dem Pfarrer sprach, dachte ich nicht an meine Freunde. Ich meinte mich selbst uns, die zurückbleiben. Nun ist es so weit, daß unsere Wege sich trennen. Wir gehen auseinander.
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Ich trete aus dem Bahnhof heraus. Ist die Straße breiter geworden? Ich kenne mich nicht mehr aus. Nein es ist noch dieselbe Straße wie vorher, aber inzwischen ist sie in der Nähe des Bahnhofs zum Trümmerhaufen geworden.
Ich stolpere, irgendein Stein. Die Richtung weiß ich. Links muß ich gehen, immer geradeaus, dann kommt man zum Potsdamer Platz . Es gehen noch andere diesen Weg, schwerbepackt. Finsternis ist um mich herum. Nur die Umrisse der Häuserfassaden und der leeren Fenster sind noch. schwärzer als das Dunkel der Nacht. Der Himmel ist verhängt. Bald wird es wieder zu schneien beginnen. Durch die Sohlen dringt die Nässe. In diesem Steinmeer hält sich kein Schnee.
Neben mir tappt sich irgendeiner vorwärts wie ich. ,, Wo ist das ,, Vaterland?" kommt es aus dem Dunkel.
Sind in dieser Nacht alle Formen zerschlagen? Spricht er so, wie ich zu dem Pfarrer sprach?
,, Ich weiß es nicht," gebe ich zurück. ,, Ich weiß nicht mehr, wo das Vaterland ist."
,, Ich habe drei Tage lang nicht mehr geschlafen." Die Stimme neben mir wird lauter, fängt an zu fluchen. ,, Wenn sie uns Landsern keine Übernachtung mehr schaffen, dann kann von mir aus
Nun begreife ich erst. ,, Kommen Sie mit!" Stumm gehen wir nebeneinander, bis vor uns wie aus dem Boden gewachsen eine Schlange von Menschen steht, schwach erleuchtet von dem abgeblendeten Licht einer Taschenlampe. ,, Immer mit der Ruhe!" ruft eine heisere Stimme. ,, Erst die Papiere!"
Es ist das Café Vaterland, einstmals Rummelplatz der Welt, nun Übernachtungslager für durchreisende Soldaten.
Ich werde nicht verhaftet. Ich werde nicht einmal mehr vernommen. Die Ereignisse sind schneller als der Bericht des Chefs der Bautzener Anstalt.
Draußen scheint die Sonne. Es wird Frühling. Inmitten von Tod und Vernichtung wagt sich das Leben wieder hervor. Lange, kalte Monate liegen hinter uns. Wir warten immer noch.
Núr hin und wieder kommt noch ein Stapel Briefe zur Zensur. Wenige Wochen nach unserer letzten Reise beginnt auch die Post sich auszuschweigen. Nur einmal trifft noch ein Brief ein, vom Chef des Zuchthauses in Bützow . Meinem Antrage auf Strafaussetzung für Tarald sei stattge
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