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Osten. Ihre Augen fragen nicht einmal mehr: ,, Wann?" Denn während die Räder ,, Stumpfsinn" singen, rollen sie sie heran an den Tod.
Ich schaue über den leeren Hof, auf, Mauern, auf vergitterte Fenster. In jeder Zelle hocken Gefangene. Es sind graue Zellen. Als ich aber die Bomber über die Anstalt hinwegbrausen höre, gedenke ich der Worte des alten Oberinspektors in Rendsburg : ,, Im Zuchthaus hörst du den Donner kaum." Das Leben wohnt draußen, aber auch der Tod hält nun reichere Ernte jenseits der Mauern.
Keine Bombe fällt. Es geht weiter. Unten vorm Fenster fragt ein Wachtmeister den anderen: Wo sind sie gewesen?"
,, Keine Ahnung! Hauptsache wir sind verschont."
Erst abends können wir die Dänen und Norweger besuchen, die tagsüber in einem Außenkommando beschäftigt sind. Wir werden zu ihnen in die Baracke geführt, die man für sie auf dem Hof errichtet hat. Auch die Musteranstalt Bautzen ist überfüllt!
Wir sitzen in der Schreibstube, die nur von einer schwachen Birne erhellt ist. Wir hören hinter der Holzwand das Klappern von Schüsseln, das Scharren der Schemel, die zurückgestoßen werden, und den müden Tritt von Holzpantinen. Wir sind zum erstenmal in dieser Holzbaracke und sind es doch nicht. Denn überall im Lande gleicht eine Baracke der anderen. Überall ertönt zu dieser Stunde der Kommandoruf: ,, Fertigmachen!"
Zu je zehn Mann werden die Gefangenen in die Schreibstube geführt. Sie stehen vor uns, schwankend unter der Last eines langen Tages. Der Grüne schweigt. Auch jetzt dämpft die starre Unbeweglichkeit seiner Züge unsere Unterhaltung.
,, Seid stark im Warten!" sagt der Pfarrer.
Aber zerfurchte Gesichter antworten: ,, Wir können nicht mehr warten." Die Letzten sind drin. Hinter der Holzwand ist das Geklapper und Scharren verstummt. Holzpantinen fallen zu Boden, nackte Füße huschen über die knarrenden Bretter. Hin und wieder ein leises Tuscheln.
Noch einmal Kommandorufe. Dann ist es still. Schwere Stiefel auf dem Gang. Die Tür wird aufgerissen, ein Wachtmeister meldet: ,, Es ist soweit." Der Grüne steht auf von der Pritsche, auf der er bis jetzt, auf sein Gewehr gestützt, wie eine leblose Figur gesessen hat. Er geht zur Wand und schiebt die Klappe beiseite. Es ist dunkel dahinter. Noch tiefer wird die Stille. Er dreht sich um: ,, Schlußmachen!"
,, Lebt wohl!" sagen wir zu unseren Freunden, ehe das Dunkel sie wieder aufnimmt. Als wir dem letzten die Hand geben, hält ihn der Pfarrer zurück: ,, Wenn wir uns wiedersehen, ist es, um euch zu holen." Ein rascher Blick zum Grünen hinüber: ,, Und wenn sie uns fortbringen?" ,, Wir werden euch folgen!" sage ich.
,, Es ist alles vorbereitet," sagt der Pfarrer.
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