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Halt Wacht im Dunkel / Hiltgunt Zassenhaus
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halten, denn sie sind wie Kilometersteine an dem Wege, der zum Ende führt zum Frieden?

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Ein Kampf zwischen Ermüdung und Hoffen. Gefühle ohnmächtiger Hilf­losigkeit am Lager eines Sterbenden im Lazarett des Zuchthauses. Augen­blicke strahlender Freundschaft beim Wiedersehen mit unseren Freunden. Dumpfes Aufschrecken, wenn der Zug auf der Reise an einem Bahnhof hält, der schwarz voll Menschen ist Ausgebombte oder Flüchtlinge. Oder wenn wir bei Tieffliegergefahr auf der Strecke liegenbleiben, neben uns endlose Ketten von Güterzügen,' vollgestopft mit Soldaten.

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,, Die Hoffnung wohnt draußen." So sagte ein Grüner zu mir, als ich zum erstenmal ein Zuchthaus besuchte ach, ich glaube, nun gelten seine Worte unserem ganzen Land.

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Ich denke an die Gänge durch Hamburg , wenn ich von Apotheke zu Apotheke gehe, um Medikamente für die Gefangenen zu beschaffen. Sirenen heulen auf die Schlangen vor den Läden zerfließen und werden zur Riesenschlange vorm Bunker. Die ersten Bomben fallen. Die Schlange wird zum reißenden Tier; Arme fliegen hoch, Körper werfen sich vor, Stiefel treten. Rette sich, wer kann! Kinder bleiben liegen.

Ich entsinne mich des schwammigen Mannes im Reichspropagandaamt. Seitdem nur noch Parteifunktionäre, Geschäftsleute und die Polizei die Züge benutzen dürfen, suche ich dieses Amt allwöchentlich auf. Es ist ein mit Marmorplatten ausgelegtes Haus; dicke, rote Teppiche. Der schwammige Mann hat ein goldenes Parteiabzeichen im Knopfloch. Er bearbeitet ,, Sonderfälle"! Reisegenehmigungen für Dolmetscher und Ausländer. Immer ist die Fläche seines gewaltigen Diplomatenschreibtisches leer. Als es Winter wird, entdecke ich auf der leeren Fläche ein einsames Buch. Ich kenne die Ausgabe! Ein Lehrbuch für Englisch . Da schöpfe ich neue Hoffnung!

So wechselt Bild um Bild

Theo ist am Bahnhof, als wir nach Halle kommen. ,, Sie wohnen doch bei uns?" fragt er mich.

Theo ist Facharbeiter in einer Rüstungsfabrik, Vorarbeiter von sechzig dänischen und norwegischen politischen Strafgefangenen, die in seiner Fabrik die Nachtschicht haben. Theo bekommt viele Lebensmittelpakete aus Hamburg . Jeden Abend geht er schwerbeladen zur Arbeit.

Wir sitzen bei seiner Frau in der Küche. ,, Für unsere Freunde!" Theo zeigt auf einen großen Topf mit Kartoffeln, der gerade auf dem Feuer steht. ,, Endlich können wir uns einmal aussprechen!" sagt er aufatmend. Ich bin erschöpft, denn ich habe von Hamburg bis Halle in einem über­füllten Zug gestanden. Ich spüre jedoch, daß diese beiden ebensosehr auf mich gewartet haben wie die Gefangenen. ,, Können Sie sich denn nicht nachts bei der Arbeit mit unseren Freunden aussprechen?" frage ich Theo. ,, Das schon". Theo stützt das Gesicht in die Hände. Er springt auf

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