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Halt Wacht im Dunkel / Hiltgunt Zassenhaus
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von schweren Stiefeln. Der matte Schein von abgeblendeten a lampen legt sich schwach über dunkle Gestalten.

Die Gefangenen warten!" Mt der Pfarrer ein.

Ich weiß. Es muß aber sein.

Der Zug rollt durch die Nacht. Die Bene sind entzwei, der Regen schlägt mir ins Gesicht. Und die Räder ächzen:Es kann doch nicht wahr sein es kann doch nicht wahr sein.

UÜbernächtigtstehe ich vor meiner Mutter. Ein Blick genügt. Ich atme auf, nichts ist geschehen. Sie fragt:Warum hast du die Reise unter- brochen? Diesmal vermag ich nicht zu antworten.

Sehr früh am nächsten Tage klingelt das Telephon.

Ferngespräch bitte melden.

Es klickt in der Leitung. Ein Frauenlachen, eine schnarrende Antwort, ein Hin und Her von sich: überschneidenden Stimmen. Endlich dringt die Stimme durch, die ich erwartet habe. Es ist Günther, der im Westen steht. Ich reiche meiner, Mutter den Hörer. Ich weiß es, ehe ich es erfahre. Erst die Frage, wie es Mutter geht.

Danke! sagt sie.Ich warte schon lange auf einen Brief von Willfried. Weißt du etwas über ihn?

Es ist so still im Zimmer, daß ich glaube, seine Antwort zu hören: Ja} Mutter er ist gefallen.

Aber der Geist, in dem wir erzogen wurden, wird leben! Ich schreibe Willfrieds letzte Worte an meine Brüder.

Einige Tage später sitze ich wieder im Zug.Ich fühle mit Ihnen, sagt der Pfarrer.Aber die Gefangenen warten.

Die Ereignisse überstürzen sich. Es sieht aus, als sei das Ende gekommen. Gerüchte werden laut über einen Zusammenbruch im Westen.

Vielleicht zum. letztenmall sagt der Pfarrer, als wir wieder vor dem eisernen Tor stehen.Vielleicht ist es der Abschied."

Ich habe Astern bei mir, die Blumen des Herbstes.

Stimmt es mit den Luftlandungen in Westfalen?, fragen unsere Freunde.

Vierzehn Tage zu früh!

Diesmal sind sie viele Monate voraus.

Wir besuchen die Prima, die zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt wurde. Ich hole sie alle zusammen herein. Denn vielleicht vielleicht ist es doch der Abschied! 5

Viele Monate sind vergangen, seit sie ihre ersten Briefe aus dem Zucht- haus geschrieben haben. Viele von den siebzehnjährigen sind inzwischen achtzehn geworden. Alle sehen älter aus. Viel älter als achtzehn. Und doch - sie leben..

Der letzte Herbst und Winter des. Krieges sind wie eine einzige Reise. Wie ein Bilderbuch, das man schnell durchblättern möchte, da das Auge

vieles nicht mehr erträgt. Und doch manche Bilder möchte ich fest-

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