stück. Ich habe eine Mutter, der ich alles sagen kann, die mir Lasten abnimmt, die ich allein nicht zu tragen vermöchte.
Ich werfe mich in Kleidern aufs Bett und falle in einen Schlaf, der an Bewußtlosigkeit grenzt.
Drei Wochen später bestehe ich mein Physikum. Am gleichen Tage wird bekanntgegeben, daß die Universität ihre Tore schließt.
,, Es ist gut so," sage ich zum Pfarrer, als wir wieder im Zug sitzen. ,, Die Gefangenen warten. Nun kann ich mich ihnen endlich ganz widmen bis zum Tage der Befreiung!"
,, Und dann?"
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Ich sehe auf. Der Zug fährt langsamer, bleibt stehen. Stimmen draußen, Durcheinanderrufen: Tieffliegergefahr!" Leises, silbriges Surren in der Luft. Wir steigen aus. Jenseits der Schienen sind Felder: Roggen. Er ist schon geschnitten und aufgehockt. Das Bahnpersonal schwenkt mit den Armen: ,, Ab vom Zuge! Beeilen!"
Viele keuchen mit einem Koffer über die Stoppeln. Ich gehe ohne Gepäck. Nach wenigen Minuten hat sich die wimmelnde Masse am Zuge auf dem weiten Feld verteilt. Koffer und Mensch sind nur noch vereinzelte Punkte.
Totenstill ist es nun, kein Surren mehr in der Luft. Ich liege und schaue in den blauen Himmel. Goldenes Sommerlicht ist über dem Feld. Weit hinten am Horizont zieht sich ein schwarzer Streifen entlang, ein Tannenwald. Am Felde verläuft ein Weg. Zu beiden Seiten schimmern schon die Beeren der Ebereschen im ersten Rot. Sie sind früh gereift in diesem Jahr, es heißt, das bedeute einen harten Winter.
Ich richte mich etwas auf. Auf dem Wege nähert sich eine Gestalt, schwarzgekleidet. Mädchen oder Frau? Sie ist bleich, als lebe sie immer im Schatten. Nun bleibt sie stehen am Rande des Feldes, dort, wo der
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Schnitter noch einige Kornblumen vergaß. Sie beugt sich nieder und pflückt sie, nimmt eine Ähre und windet sie um den Strauß. Dann geht sie langsam davon.
Es wird früh Herbst in diesem Jahr. Schon die ersten Septembertage bringen die dichten Morgennebel des Oktobers.
Wir sind auf einer Reise durch Deutschland . Gestern waren wir in Berlin , heute sind wir in Halle, morgen soll es weitergehen nach Waldheim .
Als wir aber abends das Zuchthaus verlassen und uns durch die dunkle Stadt den Weg zurück zum Hotel suchen, überkommt mich ein Gefühl unfaßlicher Schwere. Bin ich krank? Habe ich mich überanstrengt? Es muß etwas anderes sein. Jene Düsternis des Lebens ist in mir, die ich ahnend schon als Kind erfühlte, als ich, kaum zum Bewußtsein erwacht, an der Hand der Mutter den langen Zug von Kriegsgefangenen gesehen hatte. Diese Empfindung wird so stark in mir, daß ich stehenbleibe und zum Pfarrer sage: ,, Ich muß zurück nach Hause!"
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Über das Pflaster klappern Holzpantinen. Auf dem Fußsteig Schritte
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