,, Das werden wir ja sehen, wo Sie heute abend sind!" Erwartungsvoll tritt er von einem Fuß auf den anderen. Noch einmal ruft er: ,, Polizei!" Löst sich denn immer noch keine Gestalt aus der Menge mit einer Marke und dem Machtwort: ,, Gestapo !"?
Ich warte ebenso gespannt, und doch bin ich ruhig. Nun ist es so weit. Vielleicht ist alles vorbei. Prüft die Gestapo den Ausweis, wird sie sich nicht damit begnügen und auch eine Untersuchung der Mappe vornehmen. Hundertmal habe ich von der Gestapo geträumt, in tausend Nächten ließ das Surren der Autos das Blut in den Adern gerinnen, schreckte mich ein heller Scheinwerfer hoch. Nun aber bin ich so gelassen, als ob alles schon hinter mir liegt. Komme, was da wolle! Die nächsten Sekunden werden entscheiden. Ist es wirklich Gelassenheit oder nur grenzenlose Ermüdung?
Soll ein Wunder geschehen? Ist in dieser Menschenmenge, die am Sonntagabend zurück nach Hamburg strömt, niemand von der Gestapo ? Ich spüre, wie die Blicke der Schaulustigen von mir lassen, enttäuscht, daß sich nichts ereignet.
,, Folgen Sie mir!" sagt der braune Mann endlich.
Ich habe meinen Strohhut auf. Oft schon ist mir darunter heiß geworden, Schweißtropfen haben mir auf der Stirn gestanden. Jetzt aber fühle ich weder den Schweiß der Ungewißheit, noch den Schauder der Angst. Ich gebe dem Mann meine Tasche zu tragen. ,, Sie ist nicht schwer," sage ich zu ihm mit leichtem Spott. ,, Aber zu schwer für eine Frau!"
In den Jettaugen blitzt es triumphierend auf. In den vor Eifer triefenden Gesichtszügen steht geschrieben: Du kannst mir nicht mehr entgehen!
Wir gehen durch die Menge. Wir brauchen uns keinen Weg zu bahnen. Zum erstenmal in meinem Leben wird für mich Spalier gebildet! Suchend schaut der Braune sich um, ob nicht irgendwo ein Mann in Zivil hervortritt.
Da
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kurz vor der Treppe ein Schieben und Drängen. Ich lasse die Arme sinken.
,, Lassen Sie mich durch," ruft jemand.
,, Hier! Hier!" gibt der braune Mann zurück.
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Es ist Onkel Hans! Er steht vor mir und will mir die Hand reichen. Ein Blick genügt. Er versteht und geht weiter, als habe er mich nie gekannt. ,, Die Gestapo scheint nicht zur Stelle zu sein?" frage ich den Kreisleiter.
,, Dann bringe ich Sie eben zur Bahnpolizei!" Der braune Mann schnauft. Wir gehen die Treppe hinauf.
,, Heil Hitler !" bricht er in die Amtsstube. ,, Ich habe soeben eine Dame verhaftet, die mir höchst verdächtig erscheint. Untersuchen Sie Ausweis und Papiere Er stellt die Mappe auf den Schreibtisch.
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,, Na, na! Der dicke Polizist sieht von einem zum anderen. Und dies ,, Na, na" und der Blick auf die glitzernden Schnüre ist vielsagend. Er ist
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