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Halt Wacht im Dunkel / Hiltgunt Zassenhaus
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Haben Sie mich nicht verstanden?" wiederholt die Stimme neben mir,. diesmal langsam und betont.Was machen Sie da?

Sie haben kein Recht, so zu fragen!

Das werden wir ja gleich sehen. Sie waren mir schon von Anfang an verdächtig. Wo kommen Sie her? Wer sind Sie? Was tragen Sie bei sich? Ihren Ausweis?;

Soll ich über diesen braunen Mann zu Fall kommen? Hat er erst meinen Ausweis, wird er sich über die Akte machen. Er wird behaupten, sie sei geheim. Er wird zur Mappe greifen

Wir haben Angst um dich! höre ich die Gefangenen sagen.

Reichlich viel Fragen auf einmal, sage ich jetzt.Zeigen Sie mir erst einmal den eigenen Ausweis.:

Der Pfarrer beugt sich vor, als wolle er sich einmischen. Doch ein sekundenschneller Blick genügt. Mit ausdruckslosem Gesicht sieht er zum Fenster hinaus.

Sie verlangt meinen Ausweis. Haben Sie das gehört? wendet sich der

braune Mann an die Mitreisenden im Abiteil.Als ob nicht jeder wüßte, wer ich bin. Meine Uniform".--

Ihre Uniform kann jeder tragen," unterbreche ich ihn kurz. Ein ver- stohlener Blick auf die Uhr. In wenigen Minuten müssen wir in Lübeck sein. Nur ihn, noch bis dahin hinhalten!

Also her mit dem Ausweis!Sie wissen wohl nicht, was in diesen Tagen in Deutschland geschehen ist? Euch Ausländern wird jetzt endgültig"

Ach, Sie glauben, ich sei Ausländerin?' Ich kann es nicht lassen, noch hinzuzufügen:Wohl weil die Briefe in einer fremden Sprache geschrieben sind und Sie sich nicht vorstellen können, daß ein Deutscher eine Fremd- sprache versteht?

Verstecktes Lachen im Abteil, funkelnde Augen des Kreisleiters. Vier Herren sehen ‚nteressiertt zum Fenster hinaus. Einerbekommt einen Hustenanfall und beginnt, sich umständlich zu schneuzen.

Mir ist nicht gerade zum Lachen zumute! Ein.Gefühl der Beschämung überkommt mich, als ich diese Männer sich wie Schuljungen abwenden sehe. Denn auch Lachen am unrechten Platz ist im Dritten Reich gefährlich!

Sie sind verhaftet! Zur Bekräftigung legt der braune Mann mir die Hand auf die Schulter.

Der Zug läuft in Lübeck ein. Der Bahnhof ist voller Menschen. Der braune Mann reißt die Tür auf und brüllt in den dämmernden Abend: Polizei! Polizei!

Da wird es still auf dem Bahnsteig. Tausend Blicke richten sich auf uns, begierig auf das Schauspiel einer Verhaftung, so oft en erlebt und doch immer prickelnd und neu.

Machen Sie's kurz! sage ich zu den erIch habe nicht viel

"Zeit. Ich. muß heute abend noch in Hamburg sein.

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