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und Norwegen die Kunde gedrungen ist, daß die Gefangenen jeden Brief ausgehändigt bekommen.
Der Kopf schmerzt, die Augen tun mir weh vom vielen Lesen. Ich mache eine Pause und schalte das Radio ein. Nach einigen Sekunden erst nehme ich die Worte. auf, die der Ansager spricht. Sind es Nachrichten oder ist er betrunken?
Er spricht von einem Attentat. Er spricht von einer Rede nach Mitternacht, von Umsturz, von einer neuen Regierung. Mir flimmert es vor den Augen. Was ist geschehen? Ist es so weit? Ist der Tag da?
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Die Arbeit vor mir ist vergessen. Ich hoffe; wir hoffen, meine Mutter. und ich. Unsere Freunde kommen, ohne daß wir sie geladen haben. Wir bleiben zusammen unbeschreibliche Erwartung und Spannung liegt in der Luft, obgleich auch bei der Wirrnis der Meldungen schon erkennbar ist, daß es sich um ein miẞglücktes Attentat handelt. Und dennoch! Ich spüre, wie ein ganzes Land noch einmal für einen Augenblick der Hoffnung aus seiner Betäubung erwacht ist.
Stille im Radio, bis nach Mitternacht. Dann kommt er! Aschfahl sind unsere Gesichter. Er ist es; er lebt! Das Sterben geht weiter. Worte ergießen sich über uns unflätig, wüst. Meine Mutter bringt das Radio zum Schweigen. ,, Nun beginnt Deutschlands Todesstunde!"
Holzpantinen klappern über Gänge und Brücken im Zuchthaus Bützow . Es schwirrt von Gestalten. Das Todesschweigen ist gebrochen, rege Geschäftigkeit herrscht.
Aufbruch? War es nicht an jenem Vorfrühlingstage im März in der Rendsburger Anstalt auch so?
Wir sind an den Zimmern der Verwaltung vorbei. Das Besuchszimmer liegt als letztes vor der Grenze", an der die Zellen beginnen. Wir stehen im dämmernden Licht des Ganges und nehmen wahr, daß das Durcheinanderlaufen der Gestalten nur scheinbar ist. Sie gehen hin und zurück, haben eine bestimmte Richtung. Die Tür zum Keller am Ende des Ganges ist geöffnet, es ist der Keller unter dem Lazarett.
Gefangene kommen mit Eimer und Besen vorbei. Sie tragen Strohschütten, haben den Arm voller Holzlöffel und Eẞbestecke, bringen Kübel heran. An der Kellertreppe geben sie es weiter an andere Gefangene.
,, Jetzt gibt's Leben hier!" sagt ein Grüner zu mir im Vorbeigehen. Ich melde mich beim Chef, er ist aufgeräumter als sonst. ,, Wir haben Zuwachs bekommen! Meine Anstalt vergrößert sich. Morgen kommt der erste Transport aus Hamburg . Die Guillotine ist bereits eingetroffen. Die Zellen im Keller werden heute hergerichtet."
Das ist es also! Jedesmal, wenn ich glaube: Befreiung, kommt die Antwort: Gefangenschaft. Wenn Hoffnung mir zuruft: Leben, ist das Echo: Tod. Bei einem der letzten Bombenangriffe hat sich das Fallbeil im Ham burger Untersuchungsgefängnis gelockert. Bei einer Hinrichtung hat es versagt. Es wird ausgebessert, doch nach der nächsten Bombenerschütte
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