Einem Leben, das weiterglitt, als wir stehenblieben, da sichtbare und unsichtbare Mauern um uns errichtet wurden.
Wird sich der göttliche Funke in uns zu neuem Leben entzünden; oder ist er erloschen? Werden die Augen danach für immer in trostlose Leere blicken?
Furcht überkommt mich, Angst vor dem Tage, an dem es so weit ist. Warum vermag der Fischer nicht mehr echte Farben zu wählen? Er ist Gefangener seiner eigenen Vorstellungswelt geworden. Er sieht nicht mehr
weiter als bis zur Mauer.
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,, Mein Gott !" bricht es aus mir hervor. Vielleicht sehe auch ich alles falsch!"
Wie weit reicht denn mein Blick? Seit Jahren kreisen meine Gedanken um die Gefangenen. Meine Liebe geht zu ihnen, mein Haß zu denen, die sie unterdrücken. Immer edler erscheinen mir die Gesichtszüge meiner Freunde, immer verabscheuungswürdiger die ihrer Peiniger.
Ist der Grüne vor mir, der mir die Bilder zeigt, so hassenswert? Ist der Gefangene, der mein Freund ist, es nur darum, weil er ob seiner Überzeugung die Freiheit verlor? Wie vermag ich noch nach jenem Tage, an dem mir in dieser stillen Zelle Bilder wie ein Spiegel die eigenen Augen gezeigt haben, über das Leben der Gefangenen zu schreiben?
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Werden die Gefangenen nicht zu mir sagen: ,, Es ist ganz anders Leben, was du unser Leben nennst."
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Werden mir jene draußen nicht entgegenhalten: ,, Ist unser Leben soviel anders als das da drinnen?"
Gleich einer Vision sehe ich vor mir einen endlosen Zug zerlumpter Gestalten. Unser Jahrhundert ist auf dem Marsch. Sind es Strafgefangene? Sind es meine Freunde? Oder sind es Kriegsgefangene? Unkenntlich sind die Uniformen im Dunkel. Welche Sprache sprechen sie? Tragen sie Spaten oder Gewehre über der Schulter? Sind es Totengräber oder Soldaten? Juden oder Zwangsarbeiter? Sind jene vermummten Gestalten Frauen? Ausgebombte und Vertriebene?
Wer sie auch sein mögen
Holzpantinen klappern.
-
ihr Gang ist müde, ihre Augen sind starr.
,, Kommen Sie!" sagt der Wachtmeister zu mir.
Der Gefangene ist von der Freistunde zurückgekehrt. In strammer Haltung bleibt er neben dem Webstuhl stehen.
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Der Riegel geht wieder vor. ,, Der hat es besser als ich!" sagt der Grüne und klirrt mit dem Schlüssel gegen das ,, Auge ". ,, Der ist fertig mit dem Leben. Ihm kann nichts mehr geschehen. Ich dagegen mich noch einziehen und nach dem Osten schicken
20. Juli. Der Tag ist drückend heiß. Ich bin in Hamburg , vormittags in der Vorlesung, nachmittags zu Hause. Gegen Abend zieht ein Gewitter herauf. Lastende Schwüle, doch ich zwinge mich zur Arbeit. Vor mir liegen Stapel von Briefen. Die Post hat sich vervielfacht, seitdem nach Dänemark
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Be burge
versa


