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Halt Wacht im Dunkel / Hiltgunt Zassenhaus
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ich immer wieder das Vertrauen auf eine friedensreichere Zukunft zu schöpfen vermag?

Als wir abends den Koffer zu schließen versuchen, heißt es: ,, Und nun noch dies!" Dunkelgrüne Filzpantoffeln kommen zum Vorschein, schnur­gerade gesteppt. Eine kleine Fahne dabei: blau, weiß, rot, Norwegens Farben. Und ein Zettel: ,, Bei der letzten Strecke des Weges schmerzen die Füße. Nimm daher dies Geschenk von uns." Darunter die Namen von fünf Gefangenen, draußen Fischer, Offizier, Seemann, Redakteur und Journalist, drinnen ,, Handwerker" in der Schneiderei.

,, Vorsicht," mahnt der Pfarrer, als wir abends das Zuchthaus verlassen. Diesmal sind nicht die Koffer gemeint. ,, Man darf es Ihnen nicht ansehen, daß Sie sich gefreut haben!"

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In Lübeck haben wir eine Stunde Aufenthalt, ehe wir nach Hamburg weiterfahren können. Onkel Hans der Vorarbeiter in den Lubeka - Werken weiß, daß wir kommen. Er steht am Bahnhof. Eilif und seine Kameraden sind zwar längst nach Mitteldeutschland verlegt, aber wir vergessen den einmal gewonnenen Freund nicht.

,, Es wird nicht so schlimm sein," sagt er, als er uns begrüßt. Wir sehen ihn. fragend an.

Er zieht aus der Manteltasche zwei säuberlich verpackte Päckchen: ., Brot. Für unterwegs!"

Erst jetzt bemerke ich, daß es auf dem Bahnhof anders als sonst ist. Menschen laufen aufgeregt durcheinander. Sie tragen Koffer und Bündel bei sich. Kinder weinen und schreien. Bis zum Wartesaal, der schon seit langem nur noch aus vier kahlen, notdürftig geflickten Mauerwänden be­steht, habe ich erfahren, was geschehen ist. Frühmorgens hat Hamburg einen Großangriff gehabt. Nun könnte selbst der scharfsinnigste Grüne keine Freude mehr in meinem Gesicht entdecken.

Erst spät am Abend wird ein Zug nach Hamburg eingesetzt. Wir hängen halb aus dem Abteil.

Wie lange wir gefahren sind, weiß ich nicht. Irgendwann bleibt der Zug stehen, Türen werden geöffnet. ,, Alles aussteigen!"

Sind wir in Hamburg ? Der Bahnhof ist so gut verdunkelt, daß ihn nur das Mondlicht erhellt. Ringsum kein Haus, nur Felder.

,, Wo sind wir?"

Die stille Nacht, die schlafende Natur erbebt vor dem Menschenhaufen, der nicht weiß, wohin! Es ist eine jener warmen Sommernächte, in denen das Licht des Mondes wie eine kühlende Hand über erhitzten Wiesen und Feldern liegt.

,, Wohin?"

,, Es ist noch weit bis in die Stadt!" ,, Wir gehen!"

,, Es dauert mindestens vier Stunden." ,, Wir gehen!"

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