,, Zuchthaus?" frage ich sie und deute auf die vergitterten Fenster. Sie blickt auf. ,, Frauengefängnis," kommt es aus dem zahnlosen Mund zurück. Sie stützt sich auf den Besen und sieht mich erwartungsvoll an. Da kommt von der anderen Seite eilig eine Frauensperson heran. Sie trägt Uniform. Wissen Sie nicht, daß es untersagt ist, mit Gefangenen zu sprechen!"
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Ob auch Norwegerinnen und Däninnen im Frauengefängnis sind? Mir fällt ein, daß der Chef des Bützower Zuchthauses eine Dänisch sprechende Beamtin erwähnt hat. Sicher ist sie in diesem ,, Schloß" angestellt. Ich nehme mir vor, sie aufzusuchen. Ich muß wissen, wer sie ist; sie kann unserer Arbeit gefährlich werden.
Das Männerzuchthaus ist kein Schloß, sondern ein schmuckloser, kasernenartiger Bau aus den neunziger Jahren. Es liegt, wie der Oberinspektor gesagt hat, an einem Abhang. Vielleicht ist es sogar ein Südabhang. Aber ein eisiger Wind jagt heute darüber. Der See unten ist glasig von der neueingebrochenen Kälte.
Dann stehen wir wieder vor einem Tor. Die Klappe geht auf. Die mürrische Stimme dahinter fragt: Sie wünschen?"
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Das Tor wird geöffnet. Wir kommen hinein. Am Himmel ist es in- die zwischen lichter geworden und jetzt unvergeßlicher Augenblick Wolken teilen sich. Die Sonne bricht hervor; der Schnee glitzert in funkelnder Pracht.
Auf dem weiten Hof gehen Gefangene im Ring. Ich sehe näher hin. Der Hof lebt. Strahlende Gesichter! Es sind die Dänen und Norweger. Sie schwingen die Arme, als sei es ihnen zu kalt. Wir aber verstehen die Sprache. Sie heißt: Willkommen!
Wir lächeln ihnen zu und heben ein wenig die schweren Koffer und Mappen.
Jedes Zuchthaus hat seinen eigenen Geruch. Hier riecht es nach angebrannter Magermilchsuppe. Die Anlage der Anstalt ist anders als in Rends burg oder Hamburg . Kein Stern, keine Trennung zwischen ,, vorne" und ,, hinten". Die Zellen schließen sich unmittelbar an die Räume der Verwaltung. Es gibt keine gewölbten Gänge wie in Rendsburg . Der Blick verwirrt sich durch die vielen Brücken und Treppen, über die unaufhörlich Holzpantinen klappern.
Ich werde zum Chef geführt, allein. Der Pfarrer bleibt zurück. Der Chef ist aufgeregt; er sagt mehrfach ,, Heil Hitler !" Offenbar hat er sich nach mir erkundigt und in Erfahrung gebracht, daß ich an mehreren Anstalten als Dolmetscherin beauftragt bin. Da es ungewöhnlich ist, daß eine Frau mit der Überwachung von männlichen Gefangenen betraut wird, ist er wohl zu dem Schluß gekommen, ich sei eigens zu dieser Aufgabe von der Gestapo bestimmt worden.
,, Sie sind mir sehr empfohlen worden!" Der Chef spricht süddeutschen Dialekt. Seinem Aussehen nach könnte er eher ein Gastwirt sein als gerade
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