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Halt Wacht im Dunkel / Hiltgunt Zassenhaus
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* x x Ä{ 1 in= vom übrigen Reich? Dann verlieren wir die Verbindung mit den Ge-

fangenen. Oder aber,wenn sich die Angriffe so steigern, daß wir nicht mehr fahren können? Wir müssen doch fahren! Ich muß Dolmeischerin'

werden in den Zuchthäusern und Lägern, in die die Gefangenen verlegt sind.

Die Gefangenen warten!. Schon graut der Morgen. Ich spüre Schritte ich glaube, euch zu sehen, wie ihr im langen Zug durch eine verschlafene, kleine Stadt zieht.

. Ihr seid in Zivil. Ihr tragt Koffer und Rucksack. Seht nur! Nun schimmert

es rötlich am Horizont.

Aber die Freiheit liegt jenseits eurer Straße.;

In den nächsten acht Tagen besuche ich kein Kolleg. Ich.bin noch ein- mal in Rendsburg . Der Oberinspektor gibt mir die Namen der Anstalten, in die die skandinavischen Gefangenen verlegt sind.

Es liegt zu weit auseinander. Sie können doch nicht überall hinreisen.

Ich reise, Herr Oberinspektor.

Der. Oberinspektor verspricht mir, mich dr Anstalten zu empfehlen. Ich selbst telephoniere.und schreibe. An die Zuchthäuser in Halle, Cottbus und Coswig, an ein Strafgefangenenlager bei Frankfurt am Main . Die Antwort ist:Kommen Sie zur Vorbesprechung.

Ich gehe zum Zuchthaus Fuhlsbüttel . Die Gefangenen sind verlegt nach Waldheim, Bautzen und Luckau. Ich telephoniere und schreibe. Auch dort werde ich Dolmetscherin. Nur Luckau sagt ab:Hier wird Deutsch ge- sprochen!\

Der Chef von der Ant in Bützow ruft nich an:,Sie sind mir'emp- fohlen worden. Kommen Sie! E

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Es ist wieder Winter, als wir in Bützow ankommen. Die ersten Vorfrüh- lingstage sind vorüber. Frischer Schnee ist gefallen, am Himmel sind schwere Wolken. Einige Schlitten halten vorm Bahnhof, kein Schlitten wartet auf uns. Es ist ein weiter Weg bis zur Anstalt.

Wo liegt das Zuchthaus?" habe ich den Oberinspektor gefragt. An einem Südabhang. Sehr sonnig. Wie er das so sagte, klang es fast, als spreche er von einem Schloß im Süden!

Er hat recht! Wenn man's auch erst nicht glauben möchte, denn der Bahnhof liegt weit außerhalb der Stadt."Zuerst sind nur ärmliche Hütten und Katen zu beiden Seiten der Straße. In der Stadt aber ist behäbiger Wohlstand. Und weiter heraus am Rande entdecken wir auch das Schloß. Die Fenster sind zwar vergittert. Unsere Zeit weiß wohl nichts anderes mit den ‚Überbleibseln einstiger Fürstenherrlichkeit anzufangen...

Verlassen liegt der Schloßplatz da. Aber irgendwo unter einem der ver-

-gitterten Fenster nehme ich eine alte Frau wahr. Mit langsamen Bewegungen

hantiert sie mit einem Besen, an dem kaum noch Strohborsten sind. Sie fegt den Schnee vom Fußsteig. Sie trägt ein kornblumenblaues Kleid mit

. einer weißen Schürze darüber, Kopftuch und Holzpantinen.