Druckschrift 
Halt Wacht im Dunkel / Hiltgunt Zassenhaus
Seite
201
Einzelbild herunterladen
  

n kaum

-

um

ẞt hat, jemand

enen zu

später Fenster. st leer. ngeteilt. Hof im meiner eint mir

te wohl

Hitler!"

as über och die de Ver­

rt. ,, Sie

er leere

mer des

: Es ist

fahrung

er. Das

anonen­tmet in stummt, ch. Auf

= stehen em Zu­

ernster sagt er.

hat also

die mir

nd, ver­

läßt mich. Vielleicht deshalb, weil es der alte Oberinspektor ist, in dem ich bis jetzt beinahe einen Freund gesehen habe. ,, Sie haben mich erwartet?" wiederhole ich stockend.

,, Ja! Eine Zelle ist gerade frei geworden. Wir müssen Sie hier behalten." Was sonst Scherz sein könnte, muß heute Ernst sein.

Der norwegische Pfarrer, der der deutschen Unterhaltung nicht ganz gefolgt ist, blickt von einem zum anderen.

Meine Hand greift zur Lehne des Plüschsofas. Der Oberinspektor kommt auf mich zu. ,, Was ist Ihnen? Sie sehen schlecht aus. Sind Sie krank?" Er bemerkt die grüne Lache vor Greifs Korb und sagt kopfschüttelnd: ,, Fast möchte man es genau so machen wie Greif!" Aufseufzend fügt er hinzu: ,, Na, man hat Ihnen wohl schon am Tor gesagt, was heute los ist?"

In atemloser Spannung sehe ich den Oberinspektor an.

,, Inspektion

,, Inspektion? Von wem?" Die Hand umspannt den stumpfen Samt der

Lehne.

,, Von wem?" wiederholt der Oberinspektor. ,, Nun, natürlich vom Generalstaatsanwalt!"

Die Hand löst sich. Ehe ich mich noch besonnen habe, bricht es aus mir heraus: ,, Gott sei Dank!"

,, Was heißt da ,, Gott sei Dank?", brummt der Oberinspektor. ,, Sie sollten wissen, wie übel so eine Inspektion ist. Dicke Luft von morgens bis abends." Die Turmuhr schlägt herüber. Viertel nach elf. Wie hellblau der Himmel in der klaren Wintersonne ist. Es klopft. Ein Wachtmeister meldet, daß der Chef die Dolmetscherin zu sprechen wünsche.

,, Der Generalstaatsanwalt ist gerade hinüber zum Gefängnis gefahren." Der Chef reibt sich behaglich die Hände. ,, Da will ich die freie Stunde be­nutzen, um Ihnen einmal meine Anerkennung zum Ausdruck zu bringen. Auch der Generalstaatsanwalt äußerte sich sehr zufrieden über Ihre Arbeits­weise

"

Ich glaube, nicht richtig zu hören. Anerkennung? In Rendsburg weiß man also doch nichts über meine Vorladung zur Gestapo ?

,, Der Meinung sind andere vielleicht nicht!" antwortete ich in einer plötzlichen Eingebung. Ich berichte von der Vorladung bei der Gestapo . Mit freundlichem Interesse nimmt der Chef diese Mitteilung entgegen. Noch einer hört zu! Der braune Mann auf dem Bild über dem Sofa; seine Augen starren bewegungslos. Aber der Chef lacht zuletzt. ,, Raten Sie, wer die Gestapo beauftragt hat, Sie vorzuladen?" Er sieht mich erwartungsvoll an und antwortet, als ich beharrlich schweige: ,, Ich war es! Wissen Sie auch warum? Sie haben einen merkwürdigen Vornamen. Ich hatte daher anfangs die Vermutung, Sie seien Ausländerin, und habe Sie vorsichtshalber einige Monate überwachen lassen." Der Chef ist in bester Stimmung. ,, Gestern nach Ihrem Besuch bei der Gestapo bekam ich einen

201