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Halt Wacht im Dunkel / Hiltgunt Zassenhaus
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Warum noch dies Warten? Ich wünschte, es wäre mit mir vorbei. Ich wünsche mir Stille Stille ohne Warten. Dabei habe ich gerade gelesen, daß sich fünfzehn zu lebenslänglichem Zuchthaus Verurteilte zum Leben bekennen. Kämpfen wir nicht für eine gemeinsame Sache? Verlohnt es sich nicht, allein um des Kampfes willen weiterzuleben? Ja, für euch fünf­zehn, doch für mich? Wie ungleich ist unser Kampf trotz des gemein­samen Zieles. Ich liebe mein Land wie ihr das eure. Trotz allem! Dennoch muß ich seine Niederlage wünschen, wenn das System, das ich hasse, be­seitigt werden soll.

Manchmal erscheinen mir die Konflikte, die mir dieser Kampf bringt, unüberbrückbar. Meine Verbündeten? Unehrlichkeit, Unwahrheit, Ver­drehung und Tarnung. Ich benutze sie, um Gutes im Verborgenen zu tun. Aber werden meine Verbündeten meiner ureigensten Wesensart nicht zur Gefahr? Mißtrauen ist die Folge von Tarnung und Unwahrheit. Was ist wahr, was ist unwahr, was ist Tarnung und was noch echtes Gefühl? Wie sich retten aus dem Gewirr der Verdrehung von Begriffen?

,, Nur nicht nachdenken!"

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Einschläfernder Lockruf der braunen

Masse.- ,, Du kannst es doch nicht ändern!"

Lege, die Hand vor die Augen! Halte die Ohren zu! Ach, dies Auf und Ab der Gefühle keiner von uns entrinnt ihm. Es hat uns herausge­schleudert aus der Bahn, die wir uns einst erträumten.

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Ich will kämpfen! Die Stimme des Gewissens spricht eine dringliche Sprache. Schon morgen aber werde ich wieder fragen: Wozu?" ist das, was ich zu tun vermag, nicht nur ein Tropfen im Meer? Und des Nachts wache ich auf, wenn es tiefstill auf der Straße ist. Leises Surren. Ein Auto, ein heller Lichtkegel gleitet am geöffneten Fenster vorbei. Die Fahrt wird langsamer, das Surren des Motors ebbt ab. Ich horche in Angstschweiß gebadet.

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Was will das Auto in unserer stillen Straße? Ja es ist so weit. Ge­ stapo ! Ich bin entdeckt. Der Atem stockt mir, ich bin wie erstarrt. Nein nein! Das Auto hält nicht, es biegt nur um die Ecke und fährt weiter. Das Surren verklingt in der Ferne.

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Ein langer heulender Ton: Entwarnung. Habe ich geschlafen? Die Maschine hat weitergeklappert; die Karten für die Kartothek sind geschrieben. Der Stapel von ungelesenen Briefen ist kleiner geworden. Es war nur der Wachtraum eines Mädchens aus dem Dritten Reich! Ein Blick auf die Uhr. Es ist zwölf. Morgen geht es in das Außen­kommando nach Lübeck , zu Eilif und seinen Kameraden. Ich schlage im Kalender nach: Ab Hamburg 10.30 Uhr. Das ,, Bestellbuch" liegt noch ge­öffnet da. Es wird zugeschlagen. Der fünfte Punkt- Arne- Lübeck bereits erledigt. Es ist ein Medikament für Arnes vom Wasser ge­schwollenen Beine; ich habe es schon im Koffer verpackt.

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