und ich werde einen Spiegel hervorziehen und zu ihm sagen: ,, Ejvind, dieser Krieg wird uns allen ein anderes Gesicht geben. Gebe Gott , daß es so wenig entstellt sein wird wie das deine und daß es ein sicht ist!"
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Die Maschine wird für einen Augenblick beiseitegerückt. In dem Stapel von braunen Gefangenenbriefen aus Rendsburg ist der erste Schub Briefe von den ,, Neuen": Zugangsbriefe. Das Zuchthausreglement billigt dem Gefangenen einen Brief an seine Angehörigen unmittelbar nach Strafbeginn zu. Oft dauert es aber Wochen bis zum Zugangsbrief.
Wir sind schneller als die Zugangsbriefe! Im Besuchszimmer erfahren wir von den Gefangenen, ob neue Transporte eingetroffen sind. Dann dauert es nicht mehr lange. Ja, manchmal bekommen wenigstens einige von den ,, Neuen" schon am gleichen Tage Besuch. Wir tun dies, weil wir wissen, daß die ersten Tage die schwersten im Zuchthaus sind. Doppelt schwer ist es, in einem fremden Land hinter Mauern zu sein, und dreifach wiegt es, daß dies Land das Dritte Reich ist. Unser Besuch bedeutet daher mehr als eine bloße Aussprache. Es ist die Überwindung der Vorstellung, daß nun jede Verbindung mit der Außenwelt abgeschnitten sei.
Manche Schriften der ,, Neuen", deren Briefe an diesem Abend vor mir liegen, sind noch sehr kindlich, fast noch ,, Schulschriften". Ich weiß, warum! Die Primaner des Gymnasiums einer norwegischen Stadt sind zu uns gekommen. Nicht alle, einige von ihnen wurden hingerichtet. Sie hatten sich zusammengeschlossen zu einer geheimen militärischen Organisation. Strafbar in allen Ländern, die von einer feindlichen Macht besetzt sind. Nur mit einem Unterschied: in einem anderen Land würde man sie erschießen oder internieren. Im Dritten Reich bringt man sie ins Zuchthaus zusammen mit Schwerverbrechern.
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Eine Prima im Zuchthaus! Sie schreiben die Briefe mit solchem Schwung, als befänden sie sich auf einer Erholungsreise. Sie haben einen langen Atem diese Siebzehn- und Achtzehnjährigen! Wenigstens in den ersten Wochen. Und er reicht wohl aus für die paar Monate, die der Krieg noch dauert, sage ich mir, während ich in die Maschine das erste Kartothekblatt einspanne. Knuts Brief liegt zuoberst. Zuerst sein Name. Eingeliefert: 25. November 1943. Dann die Adresse seiner Eltern seiner Mutter. Sein Vater befindet sich im KZ. Beruf: Schüler. Strafzeit? ,, Nur lebenslänglich!" antwortet Knut, als er zum erstenmal im Besuchszimmer ist. ,, Das vergeht im Nu!"
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Fünfzehn neue Karteikarten; fünfzehnmal klappert die Maschine: Lebenslänglich.
Wie still es draußen ist! Ich blicke auf von der Maschine. Da wieder Alarm! Seltsam, wenn man aufmerkt und lauscht, geht die Sirene. Je stiller es ist, desto mehr wartet man auf die Unterbrechung der Stille. Immer erwarten wir etwas in diesem braunen Land. So war es schon vor Ausbruch des Krieges.
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