sind anscheinend Kanäle, die auch das wachsamste ,, Auge " nicht zu entdecken vermag. Dänemark begrüßt seinen großen Freund.
Das Auto hält, sie machen eine Pause. Unirdisch hell ist die Nacht. Das Mondlicht schimmert silbern auf Wiesen und Knicks.
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Frederik ist wach. Seine Hand streicht über die Fahne. Er atmet den Duft der Blumen weiße und rote Rosen, Dänemarks Farben. ,, Es geht heim", sagt die Schwester und sieht nicht im nächtlichen Licht das müde Lächeln auf Frederiks Zügen.
Er spricht nur wenig. Die Stimme versagt.
Das Auto rollt weiter, über die Brücke, die vom Festland nach der Insel Fünen führt. Donnernd fährt ein Zug an ihnen vorbei. Das Eisen gibt unter den Rädern einen dumpfen Klang. Da öffnet Frederik die Augen. ., Kommen sie?"
Die Schwester versteht nicht, was er meint. Sie sieht hinüber zum Arzt. ,, Wir kommen nicht weiter", sagt er. ,, Wir müssen halten."
Die Schwester klopft an die Scheibe. Die Fahrt wird langsamer. Sie fahren bis zur nächsten Stadt.
Der Arzt steigt aus, um mit dem Krankenhaus zu telephonieren. Im Auto ist es still. Die Räder rollen nicht mehr. Frederik fragt: ,, Wo sind wir?" ,, In Odense", antwortet die Schwester. Sie ergreift Frederiks Hand und nach Haus!" fügt hinzu: ,, Morgen fahren wir weiter
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Aber Frederik sagt: ,, Ich bin zu Hause."
Die Schwester schweigt und glaubt, Frederik phantasiere. Doch Frederik ist bei vollem Bewußtsein. Er ist wirklich zu Hause, denn es war Odense , wo er einst Frieden mit sich und der Welt geschlossen hat!
Um Mitternacht öffnet die Schwester alle Fenster des Krankenzimmers. Der Mond steht hoch am Himmel. Die Schwester löscht die Lampe . Das Zimmer füllt sich mit silbernem Licht, es fließt über Blumen und Fahne und über ein totes Antlitz, auf dem ein Ausdruck unendlichen Friedens liegt.
In der Frauenkirche in Kopenhagen wird Frederik aufgebahrt. Dänemark erweist ihm die letzte Ehre.
Noch rechtzeitig hat ein Brief meine dänischen Freunde erreicht. Ich schreibe ihnen die Worte des Neuen Testaments , die Frederik in den Jahren seiner Gefangenschaft am nächsten gestanden haben. Die Zensur liest darüber hinweg. Keine Zeile verrät ihr, daß von einem verstorbenen Strafgefangenen die Rede ist. Nicht umsonst lese ich seit Jahren Briefe; ich habe auch gelernt, sie zu schreiben!
Ein dänischer Stiftsprobst hält die Gedenkrede. ,, Eine Freundin gab uns die Worte", beginnt er ,,, welche die letzten Jahre von Frederik geprägt haben: Ich habe einen guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten. Hinfort ist mir beigelegt die Krone der Gerechtigkeit, welche mir der Herr an jenem Tage, der gerechte Richter,
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