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Halt Wacht im Dunkel / Hiltgunt Zassenhaus
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Einzelhaft der Gesundheitszustand Ramms ernstlich gefährdet sei und er

mir zur Antwort gibt, daß wir das nur ruhig abwarten wollten.

,, Ist Frederik krank?"

,, Im Gegenteil! Heute kann ich Ihnen etwas sehr Gutes sagen. Ich tat es nicht eher, weil es zu unsicher war, ob mein Vorhaben gelingen würde." Geheimnisvoll reicht mir der Pfarrer einen Brief. Die säuber­lichen Schreibmaschinentypen der Perlschrift kenne ich ebenso genau wie die Handschrift der Gefangenen.

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,, und teile ich Ihnen mit", schreibt der Oberinspektor im umständ­lichen Amtsdeutsch ,,, daß gegenüber Ihrem Antrage, den hier einsitzenden Strafgefangenen Frederik Ramm zum Bibliothekar der von Ihnen ein­gelieferten norwegischen Bibliothek zu ernennen, keine Bedenken be­

stehen"

Frederik, der Journalist, der schon einmal auf der Nordpolexpedition zusammen mit Amundsen Eis und Schnee überwunden hat, soll zum zweitenmal dem Leben zurückgegeben werden. Zwar ist er nicht frei. Aber die Bücher kommen zu ihm. Nun ist mir nicht mehr bange, daß Frederik die noch vor ihm liegende Zeit der Gefangenschaft gut überstehen wird. Noch einmal wird die Liste vorgenommen. Der Bleistift malt in großen Druckbuchstaben: ,, Frederik". Und rasch füge ich noch einen Namen hinzu:

,, Björn".

Kopfschüttelnd beugt sich der Oberinspektor über den Zettel, den ihm ein Wachtmeister hereingebracht hat. Er greift nach einer Akte. Unwillig fragt er uns: ,, Was ist das für ein merkwürdiger Mann, den Sie als Bibliothekar vorgeschlagen haben?"

,, Ein bekannter norwegischer Journalist!. Sie haben mir doch geschrie­ben, daß Sie mit dem Vorschlag einverstanden seien."

,, Ich

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ja", antwortet der Oberinspektor trocken. ,, Aber er nicht. Er hat abgelehnt."

Daß Frederik die Arbeit als Bibliothekar ablehnt, ist ebenso unfaßlich, ais wenn ein Gefangener Brot zurückweisen würde. Eine erste Unruhe meldet sich. Fehlt ihm etwas?

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Zitternd am ganzen Körper, dünn und abgezehrt, steht er vor uns, als wir ihn wiedersehen. Ich erkenne ihn und kenne ihn doch nicht. Ist das derselbe Mann, den ich in Hamburg sah? Damals trotz langer Gefangen­schaft noch der Mann von Welt, der Besuche empfängt, Briefe diktiert, Pläne entwirft heute die gebeugte Gestalt eines Greises. Wie einen dumpfen Schmerz empfinde ich es, als ich bei unserer Begrüßung in seiner Haltung eine stumme Abwehr zu bemerken glaube. Was ist ge­schehen? Wir sind doch da wir, seine Freunde!

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Ich trete auf ihn zu, und bevor ich noch recht überlege, was ich sagen will, habe ich seine Hand ergriffen: ,, Frederik, bist du es?"

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