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gehen sie an unserem Tisch vorbei, aber wie sie sich auch mühen sie verstehen nicht, was wir sagen.
Jedoch selbst wenn sie verständen, begreifen würden sie nicht! Sie würden nicht einmal erfassen, daß von Gefangenen die Rede ist. ,, Haben Sie für Tarald beantragt?" fragt der Pfarrer.
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Ja, der Kampf um Taralds Strafaussetzung geht weiter! Schon beim ersten Besuch in Rendsburg bin ich beim Oberinspektor vorstellig geworden. Wenn er geistesgestört ist, wäre er nicht zwei Jahre in Fuhlsbüttel gewesen", wird mir entgegengehalten. ,, Geistesgestörte Gefangene erhalten Strafaussetzung und werden in eine deutsche Heilanstalt überführt." Aber die deutschen Heilanstalten seien überfüllt, wende ich ein. Sei es nicht daher ratsam, ihn in eine Anstalt nach Norwegen zu bringen? Die Seemannsmission sei bereit, alle Kosten zu tragen.
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,, Ich werde dem Chef die Sache vorlegen, aber wenn Zuchthaus Fuhlsbüttel-" Der Oberinspektor zaudert. Zuletzt meint er aber: ,, Schreiben Sie einen Antrag."
Der Antrag wird durch viele Hände gehen. Wie? Eine Dolmetscherin setzt sich für einen Gefangenen ein? Wird nicht der Verdacht der Feindbegünstigung auf mich fallen? Unsicherer Boden Vorsicht! Keine Sorge es gilt nur die richtigen Worte zu wählen. Auf die Art der Darstellung kommt es an.
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möchte ich daher der Anstaltsleitung anheimstellen, diesen Gefangenen in seine Heimat abzuschieben zwecks Überführung in eine norwegische Heilanstalt, da der Aufwand an Kosten für seinen Lebensunterhalt in keinem Verhältnis zu der aus ihm zu erzielenden Arbeitsleistung steht--", halblaut liest der Pfarrer die Abschrift durch.
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, Wie kalt die deutsche Sprache ist!" Der Pfarrer reicht mir das Blatt zurück.
,, Die deutsche Sprache?" Zerstreut rühre ich mit dem kleinen Löffel im Kaffee. Seit langem schon liegt kein Zuckerstückchen mehr neben der Tasse, aber den Löffel legen sie bei in stumpfer Gewohnheit.
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Ich nehme den Bogen noch einmal zur Hand. ,, Deutsche Sprache? Nein dies ist die Tarnsprache des Dritten Reiches . Statt zurückschicken abschieben, statt Kräfteverbrauch zu erzielende Arbeitsleistung, ach!" ich werde ungeduldig. ,, Lassen Sie uns das Blatt wenden." Ich nehme den Bleistift und setze seine Spitze erwartungsvoll auf die unbeschriebene Seite: ,, Erst Ihre"
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Der Pfarrer nimmt eine dicke Akte hervor. Es sind Briefe an ihn aus Norwegen von den Angehörigen der Gefangenen. Irgendein Anliegen, eine Bitte um Übermittlung einer Nachricht an ihre Söhne und Männer, oder aber angstvolle Rückfragen derer, die seit langem keinen Brief mehr erhalten haben. Name kommt unter Name; die Liste wird lang.
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,, Und nun Ihre", sagt der Pfarrer.
11 Halt Wacht im Dunkel
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