,, Der norwegische Pfarrer kommt nicht als Seelsorger. Er hat nur Erlaubnis, die Gefangenen als Vertreter der Angehörigen in Norwegen zu besuchen", weiche ich aus.
Die rundliche Hand macht eine Bewegung, als wolle sie eine Fliege fangen. Der Sessel rückt näher. Die Stimme senkt sich: ,, Versucht der Pfarrer nicht doch manchmal, Seelsorge zu treiben?" Erwartungsvoll glänzen die Augen.
Ein eisiger Schreck durchfährt mich. Hat der Chef von Fuhlsbüttel über den Vorfall auf Schülp berichtet? Oder sollten die Gefangenen doch
Ich halte den kalten Augen stand und gebe lächelnd zurück: ,, Meine Überwachung dient ja gerade dazu, daß keine Seelsorge getrieben wird!" Angriff abgeschlagen! Aber die fettige Stimme fragt weiter, Sie klingt nach Gestapo.
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Endlich steht der Regierungsrat auf. Er geht zum Schreibtisch und reicht mir den grünen Ausweis: ,, Sie brauchen nur noch zu schreiben."
Noch einmal nimmt er den Ausweis zurück und drückt auf meinen Namenszug einen Stempel. Dabei gleitet sein Blick flüchtig darüber. Er stutzt; etwas scheint ihm aufzufallen. Doch die schwammig lächelnden Falten bleiben undurchdringlich, nur die Augenlider kneifen sich etwas
zusammen.
,, Ein seltsamer Vorname!" sagt er.
Der Chef der Rendsburger Anstalt ist meistens auf Dienstreise. So beginnt und endet jeder Besuch beim Oberinspektor. Wir kommen oft, so oft, daß uns Greif nur noch vom Korb herauf einen halbverschlafenen Blick zusendet. Dann wendet er den Kopf zur Seite und schnarcht weiter.
,, Ist es nicht möglich, daß unsere Seemannsmission für die Gefangenen Tran liefert?" fragt der Pfarrer.
,, Tran?" Der Oberinspektor sieht ratlos auf. Wir sind doch kein Sanatorium, Herr Pastor!"
,, Eben darum!"
,, Im Zuchthaus Fuhlsbüttel", fange ich an.
Fortan bekommen die Gefangenen alle vierzehn Tage eine kleine Flasche Tran. Der Lebertran wird zum Allheilmittel! Er wird getrunken, das trockene Brot wird darein getunkt. Er wird aber auch auf offene, Beine geschmiert und wirkt Wunder.
Der Oberinspektor genehmigt die Einrichtung einer norwegischen Bibliothek. Ich bekomme den Auftrag, die eingelieferten Bücher vorher zu zensieren. Wir tragen schwere Koffer herein. Stoß auf Stoß wandern Bücher in die Bibliothek. Bald sind es nicht nur norwegische! Wir gehen durch alle Buchhandlungen Hamburgs . Wir kaufen auf, fahren in andere
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