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Halt Wacht im Dunkel / Hiltgunt Zassenhaus
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Manchmal verlasse ich auch während des Besuchs das Zimmer. Wenn

es auf dem Gang still ist, gehe ich bis zur gläsernen Tür. Warum? Kein Grüner und kein Gefangener ist in der Zentrale. Die Zacken des Sterns Gänge und Brücken

sind leer.

Nur eine der Zacken ist durch eine eiserne Tür versperrt, und dahin geht immer wieder mein Blick.

Vielleicht sind sie hier?

Ich gehe oft zur gläsernen Tür in der Hoffnung, daß sich die eiserne Tür einmal öffnen möge. Und wirklich! Einmal will es der Zufall so., Gänge und Brücken sehen in dieser Zacke genau so aus wie in jeder anderen, doch ich hefte mich daran. Die Augen weiten sich--

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,, Ich habe sie gesehen", sage ich, als ich im Zimmer zurück bin. ,, Sie tragen schwarze Uniform. Aber der Streifen ist rot."

Eilif sitzt uns gegenüber. Vor ihm liegt ein Bild. Seine Verlobte hat es dem Pfarrer geschickt. Jetzt greift er danach und zeigt mir das ernste Gesicht eines Mädchens. ,, Ihr Bruder soll auch dabei sein", sagt er. Fragend sieht er den Pfarrer an: ,, Wirst du Else und ihrer Mutter Nachricht geben, -?" daẞ John

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Der Pfarrer lächelt. ,, Was wir wissen, Eilif, weiß Norwegen auch." Er nimmt das Testament, und während er es aufschlägt, sagt er: ,, Nun ist anderen Verbindung auf­es an euch, zu versuchen, mit John und den zunehmen. Sagt ihnen, daß es gut steht in Norwegen !"

Eilif nickt. Kein Wort wird mehr darüber gesprochen. Es gibt keinen Auftrag, den Eilif nicht ausführt. Es mögen Tage und Wochen vergehen, doch es wird ihm gelingen.

Nach einem Monat, als Eilif und sechzig andere norwegische Gefangene auf ein Außenkommando in eine Lübecker Rüstungsfabrik geschickt worden sind, liegt in dem Stapel Gefangenenbriefe, der mir zugesandt ist, auch ein Brief von ihm. ,, Ich bin auf Außenkommando, Else!" schreibt Eilif. ,, Aber am Tage, bevor wir verlegt wurden, sah ich John. Es geht ihm und den anderen gut."

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Zwei Jahre haben sie drinnen und draußen auf ein Lebenszeichen ge­wartet. Jetzt wissen sie voneinander. Mögen auch Wochen darüber ver­gehen, ehe wieder einer der Gefangenen etwas von den ,, anderen" zu be­richten weiß, zweihundert Frauen und Mütter warten geduldig in der Ge­wißheit: Sie leben!

,, Heil Hitler , gnädiges Fräulein! Freue mich sehr, Sie kennenzulernen", sagt eine ölige Stimme.

Bei unserem dritten Besuch in Rendsburg werde ich endlich zum Chef der Anstalt bestellt.

Sein Arbeitszimmer unterscheidet sich in vielem von dem des Ober­inspektors. Ein Blick genügt! Keine Aktenstöße, sondern eine spiegelglatt

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