Die schweren Tropfen fallen dichter, werden zu Regenketten. Es prasselt gegen die Steine.
Björn liegt noch wach. Die Hände falten sich wie im Gebet: ,, Ich komme, Mama! Dieses Jahr bringt die Freiheit. Ich glaube daran."
Unablässig rauscht der Regen herunter.
Sigurd steht auf dem Schemel, schiebt das schwarze Papier beiseite und sieht aus dem Fenster.
Der trübe Morgen graut. Wie ein leiderfüllter Schatten erheben sich düster die hohen Mauern. Die schwarzen Löcher darin mit den Eisenstäben darüber gleichen verschleierten Augen.
Sein Blick geht weiter, über die Mauer hinauf zum Himmel. Fern. am Horizont glaubt er einen schwachen, rötlichen Schein zu erkennen liegt die brennende Stadt!
Da zieht Sigurd das schwarze Papier wieder vor. der Zelle tastet sich die Hand zur Wand.
Er ritzt in das gekalkte Gestein ein Kreuz.
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Es regnet. Keine Wolkenbrüche, nicht prasselnder, strömender Regen. Nur ein unaufhaltsames, müdes Rinnen aus verhängtem Grau. Es rinnt über verruẞte Häuserfassaden, es rieselt über Möbelaufbauten am Rande der Straße. Das Rot der Plüschpolster tropft verwässert über die Steine, schleppt sich träge durch die Rillen des Pflasters und gibt dem am Siele sich sammelnden Wasser eine schwache Röte.
Aus Häusern hämmert und klopft es. Leere Fenster werden mit Holzbrett und Pappe verschlagen.
Verlassen liegt die Straße da. Das Summen des Menschenstroms, das Trappeln hastender Füße und das dumpfe Rollen der Wagen sind ver
stummt.
Tage werden zu Wochen. Mit übergeschultertem Spaten rücken die in die nächste Stadt. Arbeitsbataillone ab. Sie marschieren weiter
Der August ist noch nicht zu Ende. Unsere Birke im Garten hat aber schon verschrumpelte braune Blättchen.
Ist noch Sommer oder ist schon Herbst? Über der Stadt liegt die lähmende Schwere des Regens, die Erschöpfung nach den Tagen der Spannung. Doch das Leben geht weiter. Der dünne Wasserstrahl wird kräftiger. Das elektrische Licht flackert auf; die nicht unmittelbar betroffenen Bezirke der Stadt werden wieder mit Strom versorgt. Das brennende Streichholz entlockt dem geöffneten Gashahn ein träges Flämmchen.
Lange Regenfäden ziehen sich über die Scheibe. Die Fahrkarte wischt einen Streifen glatt. Langsam gleiten Trümmer und Häuserfassaden vorbei. Kein Leichenzug! Das Leben geht weiter. Die Züge rollen. Ich fahre nach
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