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Doch inmitten dieser lähmenden Untergangsstimmung ist trotz allem in mir ein Warten auf das Morgen und ein freudiges Ahnen, daß es ein neuer Anfang sein wird.
Es ist Mittag geworden. Wir gehen durch die Stadt. In der Nähe des Hamburger Hauptbahnhofs liegt das Institut der Zoologie.
Auf der Lombardsbrücke rollen Lastwagen. Nach beiden Richtungen schiebt sich ein Strom von Menschen. Einen Augenblick lang schließe ich die Augen. Da hören sich das Summen der Stimmen, das Kindergeschrei und das wilde Klingeln der sich zwischen hupenden Lastwagen vorwärtspirschenden Fahrräder wie ein Jahrmarkt an.
Als ich aber die Augen öffne und die sich planlos dahinschiebende Menge sehe, wird es zu einer Symphonie des Elends.
Sie sitzen an der Straßenkante und ziehen sich die Schuhe aus. Ich möchte es ihnen nachmachen, denn die Ferse blutet. Die schmutzigen Socken scheuern und haben sich festgeklebt. Die Füße schmerzen. Aber weiter weiter trägt mich die Menge. Ausländische Arbeiter schlendern vorbei. Männer in Hemden ohne Kragen; die Mütze ist tief in den Nacken geschoben.
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Plötzlich entdecke ich ein mir bekanntes Gesicht, scharfgeschnittene Züge, eine wehende Mähne. Ich besinne mich ach ja, richtig! Damals trug der Künstler einen Frack und gab ein Konzert. Im letzten Winter habe ich ihn gehört.
Eine leise perlende Melodie klingt wieder in mir auf: Mozarts Sonate in C- Moll das Adagio
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Ich wende mich noch einmal um, doch ich finde den Künstler nicht mehr heraus. Einer sieht aus wie der andere Rucksäcke mit Bindfäden verschnürte Koffer schleppende Schritte. Das Adagio verklingt im Summen und Brausen des Menschenstroms.
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Auf meiner kleinen Armbanduhr ist es zwei. Keine Uhr schlägt vom Kirchturm. In unserer Stadt steht die Zeit still. Wir warten vor dem Arbeitszimmer des Professors der Zoologie.
Wir klopfen an die Tür; keine Antwort. Vorsichtig öffnen wir sie. Doch ungeduldig verweist uns der Professor: ,, Ich habe Sie nicht gerufen!"
Bestürzte Gesichter bei den beiden anderen Studenten und meinerseits ein kaum zu verbergendes Lächeln. Ein Blick hat genügt. Ich sehe den Professor in einer Ecke vor einem winzigen Radiogerät stehen. Der Apparat sieht sehr zusammengebastelt aus, daneben ein Akkumulator. Als ich die Tür wieder schließe, höre ich es gerade noch aus dem Kästchen klopfen. Dreimal kurz einmal lang. Zwei Uhr. Der Professor hört England!
Genau fünfzehn Minuten später werden wir gerufen. Ich habe die Wartezeit genutzt. Auch hier waten die Schuhe durch Scherben. Die Aquarien sind zerbrochen, totes Getier liegt am Boden. In einem Glashafen
9 Halt Wacht im Dunkel
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