Rabbeler schließt das Besuchszimmer auf.
,, Sie kennen ihn?" frage ich.
,, Wen?"
,, Den norwegischen Gefangenen, den Sie jetzt holen lassen." Rabbeler sieht mich erstaunt an. Woher wohl?
denn?"
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-
Kennen Sie ihn
Chris
Woch
Ich
ihren
er m
,, Ja aus Briefen."
,, Wieso? Aus Briefen? Ich lese die Briefe der deutschen Gefangenen seit mehr als zwanzig Jahren; aber ein Brief ist wie der andere. Ich erinnere mich an keinen."
Die Luft im Besuchszimmer ist mit stickiger Schwüle geladen. Ich versuche, das Fenster zu öffnen. Rabbeler hilft mir. Er stößt es auf. Das schlurende Geräusch der Holzpantinen wird lauter und klappernder. Sie wandeln im Ring wie im Schlaf.
-
Doch beim Knarren des sich sperrenden Fensterflügels geht ein Erwachen durch die Runde. Trübe, fragende Augen sehen herauf. Aber schon sind die Blicke wieder gesenkt. Ein Grüner steht am Fenster! Die Holzpantinen klappern weiter.
Rabbeler klimpert mit dem Schlüssel gegen die Eisenstäbe, zeigt hinunter und sagt kopfschüttelnd: ,, Und die soll ich kennen? Ihre Leute sind erst drei Jahre hier. Und ich kenne noch nicht einmal alle Gefangenen bei Namen, die schon zwanzig Jahre bei uns sitzen. Wie sollte ich auch? Einer sieht aus wie der andere. Und Lumpen sind sie alle!"
Die letzten Worte verhallen schon auf dem Gang. Rabbeler holt den Kapitän.
Ich gehe zurück zum Fenster. Ein Ruf tönt über den Hof. Alle horchen auf. Einer löst sich aus der Runde, sieht zum Grünen hinüber und steht. vor ihm stramm..
Besuch? Ob es mit dem Knarren des Fensters zusammenhängt? Wieder gehen die Blicke hinauf. Kein Rabbeler steht neben mir. Der Wachtmeister unten dreht den Rücken.
Da hebe ich die Hand und winke. Etwas Wundersames geschieht. Wer vermag zu unterscheiden, ob ich es nur so empfinde, oder ob es lebendige Wirklichkeit ist: Der Hof gewinnt neues Leben! Die noch eben staubig-.* welke Kastanie steht im saftigsten Grün. Die Spitzen ihrer Blätter sind in sommerliche Glut getaucht und werden vom leuchtenden Blau des Himmels umrahmt. Die dicht beblätterte Krone verdeckt die Mauer. Der Stamm schützt die Gefangenen und mich vor den Blicken des Grünen. Doch sie heben nicht die Hand, um zurückzuwinken. Ein Zuchthaus hat viele Augen; hinter jedem Fenster können Grüne stehen!
Aber
sie lächeln! Und da erkenne ich die Gesichter, die ich noch vor wenigen Minuten nicht zu unterscheiden vermochte. Da ist
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