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Halt Wacht im Dunkel / Hiltgunt Zassenhaus
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Die Schneeflocken? Der geschmolzene Eiszapfen? Oder die Jungen in der Klasse? Dadda fragt nicht.

Auf der Leine über dem Herd hängt der kleine, blaue Pullover. Daneben das Mäntelchen, der rote Schal und die dicken, wolligen Fäustlinge.

,, Tropf, tropf." Von der Leine tropft es herunter. Zischend nimmt der Herd die Tropfen auf. Dadda sagt: ,, Siehst du, Christian, wie die Tränen fallen? Das Feuer löscht sie alle!"

Unter der grobgeschnitzten Bank holt sie ein Fußschemelchen hervor. Das stellt sie vor die knisternden Holzscheite. Darauf sitzt der kleine Christian. Vor sich den Zinnteller mit dem gebratenen Apfel; der duftet nach Herbst und Winter und Wärme.

Kommt da nicht auch ein warmer, süßer Duft aus der Grude? Die kleine Hand wischt das letzte Tränchen fort. ,, Dadda! Was ist in der Grude?"

Dadda macht ein geheimnisvolles Gesicht und sagt: ,, Etwas ganz Schö­nes." Ein klein wenig macht sie die Klappe auf. Durch den Spalt schimmert etwas Goldgelbes mit einer hellbraunen Kruste.

Und Christian sitzt im roten Schein des Feuers und zeichnet auf einem großen Block. Dadda strickt. Das Holz knistert. Die Flocken tanzen vorm Fenster. Drinnen tickt die Uhr.

,, Morgen werde ich sieben, Dadda!"

,, Bald bist du ein großer Mann, Christian." ,, Tick, tick!" sagt die Uhr.

,, Wie warm es bei dir ist, Dadda

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Die Tür zum Redaktionszimmer einer norwegischen' Zeitung wird auf­gerissen. Ein eisiger Wind fegt herein. Ärgerlich mustert die Sekretärin den Mann, der atemlos fragt: ,, Wo ist der Chef?"

,, Schon zu Hause. Aber schließen Sie erst die Tür!"

Der Mann ist schon bei den ersten Worten fortgestürzt. Durch die Straßen der Stadt. Durch die stilleren Wege draußen. Weiter zum Fjord! Hoch liegt der Schnee. Der Mann folgt den großen Fußstapfen. Sie führen zu einem strohdachgedeckten Haus.

Am Flügel sitzt Anna Louise und spielt. Neben ihr stehen Jorum und Erik. Christian beobachtet die tanzenden Flocken vorm Fenster.

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Die Tür springt auf. Ein Mann stürzt herein: ,, Christian! Du mußt fliehen. Noch hast du Zeit. Sigurd ist verhaftet!"

,, Und Fritjof und Helge?"

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Der Mann schweigt einen Augenblick. Dann sagt er: ,, Auch! Aber komm! Schon morgen kannst du in England sein."

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Totenbleich steht Christian da. Er blickt hinüber zu Anna Louise. ,, Wenn Sigurd verhaftet ist, wissen sie auch von mir. Sie werden ihn foltern, wenn sie mich nicht finden."

Immer eindringlicher wird die Stimme des Mannes. Seine Worte über­stürzen sich: ,, Christian! Du wählst zwischen Leben und Tod!"

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